Beginne den Spaziergang mit offenen Augen. Vor dir liegt das Porto-Bild, das auf Postkarten und Kühlschrankmagneten am häufigsten vorkommt: eine Kapelle, die sich in ein riesiges Bilderbuch aus Azulejos verwandelt hat.

1Eine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert

Ursprünglich stand hier eine hölzerne Kapelle, die der heiligen Katharina geweiht war. Das heutige Gebäude stammt aus dem späten 18. Jahrhundert, als die Bruderschaft der Seelen und der Wundmale des heiligen Franziskus einzog; daher der volkstümliche Name Capela das Almas, Seelenkapelle. 1801 wurde sie erweitert und restauriert.

2Kacheln aus dem Jahr 1929

Mehr als ein Jahrhundert lang war die Außenseite einfach weiß verputzt. Die Verkleidung, die du siehst, stammt von 1929: rund 15.947 Kacheln auf etwa 360 Quadratmetern. Eduardo Leite entwarf sie, und die Fabrik Viúva Lamego in Lissabon fertigte sie, im Stil der großen blau-weißen Bildfelder des 18. Jahrhunderts.

Sie wirken alt, doch diese Kacheln sind keine hundert Jahre alt: eine Hommage des 20. Jahrhunderts an die barocke Tradition.

Die Szenen erzählen Episoden aus dem Leben des heiligen Franz von Assisi und der heiligen Katharina. Geh um die Kapelle herum und verfolge sie wie die Bilder eines Comicstrips.

3Worauf du achten solltest

  • Die Bildfelder an der Seitenwand in der Rua de Fernandes Tomás, die größten von allen.
  • Die gemalten Rahmen, die barocke Zierleisten um jede Szene nachahmen.
  • Die Rua de Santa Catarina, die große Einkaufsstraße, die hier beginnt: Weiter unten liegt das Café Majestic, eröffnet 1921.

Belegt

Die Verkleidung von 1929 wurde von Eduardo Leite entworfen und von der Fabrik Viúva Lamego gefertigt: etwa 15.947 Kacheln auf rund 360 m².

Quellen und Nachweise

Paróquia de Santo Ildefonso (Capela das Almas); Visit Porto, Eintrag Capela das Almas; Museu Nacional do Azulejo, zur Fabrik Viúva Lamego.

Fotos:

  • Die Capela das Almas, über und über mit blau-weißen Azulejos verkleidet: Diego Delso, CC BY-SA 3.0.

Fehler entdeckt? Schreib uns und wir sehen es uns an.