Eine einzige Tür genügt, und der Lärm der Stadt verschwindet. Der Begijnhof ist ein geschlossener, von Häusern umgebener Hof, der jahrhundertelang die Heimat der Beginen war, unverheirateter oder verwitweter katholischer Frauen, die in Gemeinschaft lebten, dem Gebet und der Krankenpflege gewidmet, ohne ewige Gelübde: Sie konnten austreten und heiraten.
1Sieben Jahrhunderte Geschichte
Niemand weiß genau, wann er gegründet wurde. Eine Urkunde von 1346 erwähnt bereits ein „Beginenhaus“, und der Hof selbst wird 1389 genannt. Einst war er von Wasser umgeben, und man betrat ihn über die Gasse Begijnensteeg; die Tür am Spui, durch die du gekommen bist, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die letzte Begine, Schwester Antonia, starb 1971. Heute bewohnen Frauen als Mieterinnen die Häuser.
2Das Holzhaus
Das Juwel des Hofes ist Het Houten Huys, Nummer 34, von etwa 1528. Die Seitenwände sind aus Stein, doch Vorder- und Rückseite bestehen aus Holz. Lange galt es als das älteste Holzhaus des Landes, bis 2012 in der Warmoesstraat ein älteres auftauchte. Nach mehreren Großbränden verbot Amsterdam den Bau von Holzfassaden, weshalb so wenige erhalten sind.
Es ist eines der ganz wenigen Gebäude mit Holzfassade, die im Zentrum von Amsterdam noch stehen.
3Worauf du achten solltest
- Das schwarze Holzhaus, Nummer 34, mit seinem spitzen Giebel.
- Die Giebelsteine in der Mauer daneben, gerettet aus verschwundenen Häusern.
- Die English Church in der Mitte des Hofes, nach 1578 den Protestanten übergeben.
Belegt
Der Begijnhof wird 1346 erwähnt; das Haus Nummer 34 stammt von etwa 1528, und die letzte Begine starb 1971.
Quellen und Nachweise
Amsterdam Museum, „A special place: the Beguinage“; Begijnhof Amsterdam (offizielle Website); Rijksmonumentenregister (Eintrag Begijnhof 34).
Fotos:
- Het Houten Huys, das schwarze Holzhaus am Begijnhof 34: Michiel1972, CC BY-SA 3.0.
Fehler entdeckt? Schreib uns und wir sehen es uns an.
