Schau zuerst nach unten: Du stehst auf einem Miró. Das große runde Mosaik in Rot, Blau und Gelb hat Joan Miró entworfen, und 1976 wurde es an dieser Stelle der Rambla verlegt, die Pla de l’Os heißt. Es war sein Gruß an alle, die vom Hafen in die Stadt kamen, und täglich laufen Tausende darüber, ohne es zu bemerken.
1Vom Bach zur Promenade
Die Rambla war nicht immer eine Promenade. Ihr Name stammt vom arabischen ramla, einem sandigen Wasserlauf, und genau das war sie: ein Bach, der nur zeitweise Wasser führte und an der mittelalterlichen Stadtmauer entlanglief. Wenn es regnete, kam er voller Wasser und Schlamm herunter. Als die Stadt wuchs und die Mauer fiel, wurde das Bachbett überdeckt und im 18. und 19. Jahrhundert zu dem baumbestandenen Boulevard, den du heute siehst, gut einen Kilometer lang zwischen der Plaça de Catalunya und dem Hafen.
2Das Liceu
Neben dir steht das Gran Teatre del Liceu, 1847 eröffnet und anders als viele europäische Opernhäuser nicht von der Krone, sondern von privaten Aktionären finanziert. Seine Geschichte ist von Unglück geprägt: 1861 zerstörte es ein Brand; am 7. November 1893 warf der Anarchist Santiago Salvador während einer Aufführung von „Wilhelm Tell“ zwei Bomben ins Parkett und tötete rund zwanzig Menschen; und 1994 brannte es erneut aus. 1999 wurde es wieder eröffnet.
Nur wenige Opernhäuser der Welt sind so oft aus der Asche auferstanden.
3Worauf du achten solltest
- Das Miró-Mosaik in den Grundfarben, die für den Maler typisch sind.
- Die Fassade des Liceu, für ein großes Opernhaus überraschend bescheiden.
- Das Haus der Regenschirme, gegenüber, mit seinem chinesischen Drachen und den Sonnenschirmen.
Belegt
Mirós Mosaik wurde 1976 verlegt; das Liceu wurde 1847 eröffnet, brannte 1861 und 1994 und erlebte am 7. November 1893 das Bombenattentat der Anarchisten.
Quellen und Nachweise
Fundació Joan Miró, „Mosaic del Pla de l’Os“; Gran Teatre del Liceu, Geschichte (offizielle Website); Stadtverwaltung Barcelona, Katalog der Kunst im öffentlichen Raum.
Fotos:
- Joan Miròs Mosaik im Pflaster der Rambla: Mike McBey, CC BY 2.0.
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