Vor dir liegt der Alexanderplatz, für die Berliner einfach „der Alex“. Laut, weit und für viele nicht gerade schön, ist er dennoch eines der schlagenden Herzen der Stadt. Hier endet die Route.
1Vom Ochsenmarkt zum Zaren
Im 18. Jahrhundert war er ein Viehmarkt direkt vor den Stadttoren. 1805 erhielt er seinen heutigen Namen zu Ehren des russischen Zaren Alexander I., der in jenem Jahr Berlin besuchte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er zum Knotenpunkt von Verkehr und Handel, den Alfred Döblin in seinem Roman Berlin Alexanderplatz (1929) porträtierte; Rainer Werner Fassbinder verfilmte ihn 1980 fürs Fernsehen.
2Das Schaufenster der DDR
Der Krieg machte ihn dem Erdboden gleich, und in den 1960er-Jahren baute die DDR ihn zu einem großen sozialistischen Fußgängerplatz wieder auf. Aus jener Zeit stammen der Fernsehturm, der Brunnen der Völkerfreundschaft und die Weltzeituhr von Erich John, 1969 eingeweiht. Sieh dir das Gebäude mit dem langen Fries aus bunten Mosaiken an: Es ist das Haus des Lehrers mit seinem Wandbild über das Leben im Sozialismus.
Am 4. November 1989 versammelten sich hier Hunderttausende, um Rede- und Versammlungsfreiheit zu fordern. Fünf Tage später fiel die Mauer.
Es war die größte Demonstration in der Geschichte der DDR und eine der wenigen, die das Regime je genehmigt hatte.
3Worauf du achten solltest
- Die Weltzeituhr: Such deine Stadt und ihre Uhrzeit.
- Der Mosaikfries am Haus des Lehrers.
- Der Brunnen der Völkerfreundschaft, ein klassischer Treffpunkt.
Belegt
Der Platz erhielt seinen Namen 1805 nach dem Besuch von Zar Alexander I.; die Weltzeituhr stammt von 1969, und am 4. November 1989 fand hier eine riesige Demonstration statt.
Quellen und Nachweise
visitBerlin, Alexanderplatz; Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, „4. November 1989“; Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz (1929).
Fotos:
- Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz: Christian Wolf (www.c-w-design.de), CC BY-SA 3.0 de.
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