Du stehst in der Calle Judíos, der Lebensader der alten Judería. Hinter diesem schlichten Portal verbirgt sich die einzige mittelalterliche Synagoge, die in Andalusien erhalten ist, und eine der ganz wenigen in ganz Spanien, neben den beiden in Toledo.

1Ein kleiner, sehr hoher Saal

Laut ihrer Gründungsinschrift wurde sie 1315 vom Baumeister Isaak Moheb errichtet, als Córdoba längst christlich war. Sie ist klein, weil die Regeln der Zeit verboten, dass eine Synagoge mit den Kirchen konkurrierte, aber sehr hoch und mit Mudéjar-Stuck voller hebräischer Inschriften überzogen. Nach der Vertreibung der Juden 1492 wurde sie ein Spital für Tollwutkranke und 1588 eine Kapelle der Schuhmacherzunft. Der Stuck kam im 19. Jahrhundert wieder zum Vorschein, und 1885 wurde sie zum Nationaldenkmal erklärt. Das Innere ist meist zu besichtigen; prüfe vorher die Bedingungen auf der offiziellen Website.

2Maimonides, der Rambam

Auf der Plaza de Tiberíades, wenige Schritte entfernt, erwartet dich Moses ben Maimon, in den 1130er-Jahren in Córdoba geboren. Seine Familie floh, als die Almohaden Mitte des 12. Jahrhunderts die Stadt einnahmen. Er landete schließlich in Kairo als Arzt am Hof Saladins und schrieb dort den Führer der Unschlüssigen, der Glauben und aristotelische Philosophie miteinander versöhnen wollte.

Der Platz ist nach Tiberias benannt, der Stadt in Galiläa, in der er der Überlieferung nach begraben liegt.

Neben dem Platz liegt der Zoco, das Haus aus dem 16. Jahrhundert, in dem der Dichter Luis de Góngora als Kind lebte.

3Worauf du achten solltest

  • Das Backsteinportal der Synagoge, bewusst bescheiden gehalten.
  • Das Buch in den Händen des Maimonides.
  • Die verwinkelten Gassen der Judería, angelegt, um Schatten zu spenden.
Sitzende Bronzestatue des Maimonides mit Turban und Buch auf einem Steinsockel an der Plaza de Tiberíades
Maimonides, im 12. Jahrhundert in Córdoba geboren, auf der kleinen Plaza de Tiberíades.

Belegt

Die Synagoge wurde laut ihrer Gründungsinschrift 1315 erbaut und ist seit 1885 Nationaldenkmal; Maimonides wurde in den 1130er-Jahren in Córdoba geboren.

Quellen und Nachweise

Spanisches Kulturministerium und Junta de Andalucía, Informationen zur Synagoge von Córdoba; Francisco Cantera Burgos, Sinagogas españolas (CSIC, 1955); Casa de Sefarad in Córdoba, Material zur Judería und zu Maimonides.

Fotos:

  • Backsteinportal der Synagoge von Córdoba in der Calle Judíos, mit einem grünen Schild der andalusischen Landesregierung: Elliott Brown, CC BY-SA 2.0.
  • Sitzende Bronzestatue des Maimonides mit Turban und Buch auf einem Steinsockel an der Plaza de Tiberíades: Xosema, CC BY-SA 4.0.

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