Vor dir liegt die Kathedrale Santa María la Real de la Almudena, gegenüber dem Königspalast. Jahrhundertelang war Madrid eine Hauptstadt ohne Kathedrale, und diese hier brauchte mehr als hundert Jahre bis zur Fertigstellung.

1Ein Jahrhundert im Bau

König Alfons XII. legte am 4. April 1883 den Grundstein. Der ursprüngliche Entwurf des Marqués de Cubas war neugotisch. Zuerst entstand die Krypta im neuromanischen Stil, die 1911 für den Gottesdienst geöffnet wurde. Die Arbeiten ruhten mehrfach, und 1950 gewannen Fernando Chueca Goitia und Carlos Sidro den Wettbewerb um die Fertigstellung: Sie behielten das gotische Innere und gaben dem Äußeren ein klassisches Aussehen, im Einklang mit dem Palast. Papst Johannes Paul II. weihte sie am 15. Juni 1993.

2Eine ungewöhnliche Kathedrale

Deshalb vereint sie drei Stile: neuromanisch in der Krypta, neugotisch im Inneren und klassizistisch außen. Drinnen fallen die bunte Decke von José Luis Galicia und die Apsismalereien von Kiko Argüello ins Auge. Im Jahr 2004 fand hier die Hochzeit des heutigen Königspaares Felipe und Letizia statt.

Der Überlieferung nach fand Alfons VI. das Bild der Jungfrau in einem Abschnitt der Stadtmauer versteckt, die Kerzen noch brennend.

3Praktische Tipps

Zum Museum der Kathedrale gehört der Aufstieg zur Kuppel mit Blick über das alte Madrid. Die Krypta hat einen eigenen Eingang an der Cuesta de la Vega.

Belegt

Der Grundstein wurde 1883 gelegt, die Krypta 1911 geöffnet, und Johannes Paul II. weihte die Kathedrale am 15. Juni 1993.

Mündliche Überlieferung

Dass Alfons VI. das Bild der Jungfrau in der Stadtmauer fand, mit noch brennenden Kerzen, ist eine überlieferte Erzählung.

Quellen und Nachweise

Arzobispado de Madrid und Catedral de la Almudena (offizielle Website und Museum); esMadrid; Pedro Navascués, ‚Arquitectura y arquitectos madrileños del siglo XIX‘ (1973). Wie wir recherchieren.

Fehler entdeckt? Schreib uns und wir sehen es uns an.