Vor dir liegt eine der unscheinbarsten Fassaden der Mailänder Innenstadt. Grauer Stein, gerade Linien, nichts, was ins Auge fällt. Und doch verbirgt sich hinter dieser Tür einer der schönsten bemalten Innenräume Italiens.

1Das Kloster der Nonnen

Hier stand das Monastero Maggiore, das wichtigste Benediktinerinnenkloster der Stadt, bereits in karolingischer Zeit belegt. Es wurde über römischen Überresten errichtet: Maximians Stadtmauer verlief ganz in der Nähe, und der Circus des kaiserlichen Mediolanum erstreckte sich gleich daneben. Zwei Türme aus jener Zeit, ein vieleckiger und ein quadratischer, stehen noch heute im Hof des benachbarten Archäologischen Museums.

2Eine geteilte Kirche

Die heutige Kirche wurde 1503 begonnen. Im Innern teilt sie eine Mauer: Der vordere Teil war für die Öffentlichkeit bestimmt, der größere hintere Teil für die Klausurnonnen, die die Messe durch ein Gitter verfolgten, ohne gesehen zu werden. Die Türen zwischen beiden Hallen wurden erst im 19. Jahrhundert geöffnet.

Ab den 1510er-Jahren bedeckten Maler aus Leonardos Schule die Wände mit Fresken. Der berühmteste war Bernardino Luini, der hier für die Familie Bentivoglio arbeitete. Wegen dieser Pracht nennen die Mailänder die Kirche die „Sixtinische Kapelle Mailands“.

Die Fassade war 1574 fertig; das Wunder beginnt erst, wenn du durch die Tür trittst.

3Worauf du achten solltest

  • Die graue Steinfassade, nüchtern, fast wie ein Bürgerbau.
  • Der Eingang zum Archäologischen Museum nebenan, wo die römischen Türme stehen.
  • Die Via Luini an der Seite, benannt nach dem Maler der Fresken.

Belegt

Die Kirche wurde 1503 begonnen, ist in eine öffentliche Halle und eine Nonnenhalle geteilt und bewahrt Fresken von Bernardino Luini und seiner Schule.

Quellen und Nachweise

Comune di Milano, Civico Museo Archeologico (Komplex des Monastero Maggiore); Lombardia Beni Culturali, Eintrag zur Chiesa di San Maurizio al Monastero Maggiore; Sandrina Bandera, «Bernardino Luini e la pittura del Rinascimento a Milano» (Skira, 2014).

Fotos:

  • Graue Steinfassade der Kirche San Maurizio am Corso Magenta: Parsifall, CC BY-SA 4.0.

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