Dieser Palast, Sitz der Bischöfe von Mallorca, bewahrt eines der seltsamsten Objekte der Insel: ein ausgestopftes Krokodil, das die Einheimischen Drac de na Coca nennen.
1Die Legende
Man erzählt, im 17. Jahrhundert sei ein Tier an Bord eines Handelsschiffs nach Palma gekommen und habe sich in der Kanalisation versteckt. Nachts kam es heraus und versetzte die Nachbarn in Angst und Schrecken, die es für einen Drachen hielten. 1676 stieß der Ritter Bartomeu Coc, Statthalter von Alcúdia, im Carrer de la Portella ganz in der Nähe auf das Ungeheuer, als er auf dem Weg zu seiner Verlobten war, und tötete es mit dem Schwert. Dann schenkte er es ihr als Liebesbeweis. Deshalb ist es der Drache „de na Coca“: der Drache der Dame des Coc.
2Was die Quellen sagen
Die erste verlässliche Angabe ist nüchterner. Für 1718 ist belegt, dass eine Familie, die Rossellós, das ausgestopfte Tier an jedem 31. Dezember vor die Tür ihres Hauses an der Plaça de Santa Eulàlia stellte. Die Legende, wie wir sie kennen, verbreitete im 19. Jahrhundert der Gelehrte Joaquim Maria Bover, der mit dieser Familie verwandt war.
Es ist eine Geschichte, erfunden, um ein echtes Objekt zu erklären: ein Krokodil aus fernen Ländern.
Im 20. Jahrhundert schenkte die Familie es dem Diözesanmuseum, dem heutigen Museum für Sakrale Kunst Mallorcas. Der Eintritt kostet meist und wird oft mit der Kathedrale kombiniert; informier dich vorher.
3Worauf du achten solltest
- Das Portal des Palasts, schlicht und der Kathedrale zugewandt.
- Das steinerne Krokodil auf einem Gesims in der Nähe, ein Augenzwinkern zur Legende.
- Der Weg hinunter zum Carrer de la Portella, dem Schauplatz der Geschichte.


Belegt
Das ausgestopfte Krokodil existiert und wird im Museum für Sakrale Kunst Mallorcas aufbewahrt; schon 1718 wurde es an jedem 31. Dezember vor dem Haus der Familie Rosselló gezeigt.
Mündliche Überlieferung
Die Tötung des Drachen durch Bartomeu Coc im Jahr 1676 und das Geschenk an seine Verlobte sind eine Legende, die im 19. Jahrhundert verbreitet wurde, um das Objekt zu erklären.
Quellen und Nachweise
Museu d'Art Sacre de Mallorca (Bistum Mallorca); Joaquim Maria Bover, Nobiliario mallorquín (1850); Gran Enciclopèdia de Mallorca, Eintrag „Drac de na Coca“.
Fotos:
- Fassade des Bischofspalasts von Palma, Sitz des Museums für Sakrale Kunst, an der Plaça del Mirador: Enric, CC BY-SA 4.0.
- Das ausgestopfte Krokodil, bekannt als Drac de na Coca, in einer Museumsvitrine: JosepBC, CC BY-SA 4.0.
- Kleine Krokodilskulptur auf dem Gesims einer ockerfarbenen Fassade: Enric, CC BY-SA 4.0.
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