Du bist im Herzen des einstigen Call, des jüdischen Viertels der Ciutat de Mallorca, wie Palma damals hieß. Das Barockportal vor dir gehört zur Kirche Montesió, die laut den Quellen auf dem Grundstück der früheren Hauptsynagoge errichtet wurde.

1Eine blühende Gemeinde

Juden lebten seit der Antike auf Mallorca. Nach der Eroberung von 1229 siedelte Jakob I. sie nahe der Almudaina an, und Mitte des 13. Jahrhunderts zog die Gemeinde in diese Gegend, die als Call Major bekannt wurde. Im 14. Jahrhundert zählte sie rund dreitausend Menschen, fast 15 % der Stadtbevölkerung. Sie hatte einen eigenen Gemeinderat, eigene Gesetze und eigene Synagogen. Zu ihr gehörten Ärzte, Kaufleute und Kartografen, die die mallorquinische Kartografenschule berühmt machten.

2Das Ende des Call

1391 endete ein Aufstand mit Angriffen auf die jüdischen Viertel von Palma und Inca: Viele wurden getötet, andere flohen oder traten zum Christentum über. 1435 wurden die Verbliebenen zwangsgetauft. Von da an gab es auf der Insel offiziell keine Juden mehr, doch viele Familien von Konvertiten bewahrten ihre Erinnerung über Generationen.

Diese Gasse bewahrt die Geschichte einer Gemeinde, die jahrhundertelang zu Palma gehörte.

Die Jesuiten kamen 1561 und begannen 1571 mit dem Bau dieser Kirche. In ihr ist der heilige Alfons Rodríguez begraben, Laienbruder und Pförtner des Ordens.

3Worauf du achten solltest

  • Das Barockportal, ganz oben die Jungfrau Maria.
  • Der Verlauf der Gassen, eng und geschlossen wie im einst ummauerten Call.
  • Der Glockenturm, der über die Dächer ragt.

Belegt

Die jüdische Gemeinde Palmas lebte ab dem 13. Jahrhundert im Call Major; sie erlitt den Angriff von 1391 und die Zwangstaufe von 1435. Die Jesuitenkirche Montesió wurde 1571 auf dem Gelände der früheren Hauptsynagoge begonnen.

Quellen und Nachweise

Gran Enciclopèdia de Mallorca, Einträge „Call“ und „Jueus“; Gaspar Valero, Itineraris pel centre històric de Palma (1993); Baruch Braunstein, The Chuetas of Majorca (1936).

Fotos:

  • Barockportal der Kirche Montesió in einer engen Gasse in Palma: Drozi Yarka, CC BY 2.0.

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