Vor dir liegt Jogyesa, der Hauptsitz des Jogye-Ordens, des größten Ordens im koreanischen Buddhismus. Ein Tempel mitten in der Stadt, ein paar Schritte von Büros und Banken entfernt, und doch duftet es hier immer nach Räucherwerk, und Gesänge hallen über den Hof.

1Buddhismus in der Hauptstadt

Unter der Joseon-Dynastie war der Konfuzianismus Staatsideologie, und der Buddhismus wurde an den Rand gedrängt: Jahrhundertelang durften Mönche die Hauptstadt nicht betreten. Deshalb ist dieser Tempel modern. Er wurde 1910 als Gakhwangsa gegründet, als Zentrum der koreanischen Buddhisten in Seoul. Während der japanischen Besatzung, die die religiösen Orden kontrollieren wollte, wurde er zum Symbol eines unabhängigen koreanischen Buddhismus. Die große Haupthalle, der Daeungjeon, entstand 1938, und seinen heutigen Namen trägt der Tempel seit 1954.

2Zwei ehrwürdige Bäume

Im Hof stehen zwei rund fünfhundert Jahre alte Bäume: eine Silberkiefer mit heller, gefleckter Rinde, als Naturdenkmal geschützt, und ein großer Japanischer Schnurbaum. Die Silberkiefer ist eine Art chinesischen Ursprungs, die in Korea sehr selten ist.

In den Wochen vor Buddhas Geburtstag füllt sich der Hof mit Tausenden Lotoslaternen, und die Stadt feiert den Laternenumzug Yeondeunghoe, der seit 2020 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört.

Du kannst den Hof betreten und einen Blick in die Haupthalle werfen, leise und ohne betende Menschen zu fotografieren.

3Worauf du achten solltest

  • Das Laternendach über dem Hof.
  • Die Silberkiefer mit ihrem fast silbrigen Stamm.
  • Die drei goldenen Buddhas im Daeungjeon, von der Tür aus zu sehen.

Belegt

Jogyesa wurde 1910 als Gakhwangsa gegründet, die Haupthalle stammt von 1938, und seinen heutigen Namen trägt der Tempel seit 1954; Yeondeunghoe ist seit 2020 immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Quellen und Nachweise

Jogyesa-Tempel, offizielle Website (Geschichte des Tempels); Jogye-Orden des koreanischen Buddhismus, institutionelle Informationen; UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes, «Yeondeunghoe, lantern lighting festival in the Republic of Korea» (2020).

Fotos:

  • Eingang zum Jogyesa-Tempel unter einem Dach aus bunten Laternen, darunter Besucher: Sadopaul, CC BY-SA 4.0.

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