Vor dir steht eine der modernsten Sehenswürdigkeiten Sevillas: ein gewaltiges Holzgitter, das die Einheimischen sofort „las Setas“ nannten, die Pilze. Der Spaziergang beginnt genau hier, denn so seltsam es klingt: Dies ist einer der besten Orte, um die älteste Schicht der Stadt zu erahnen.

1Ein Grundstück mit langem Gedächtnis

Im 19. Jahrhundert stand auf diesem Platz der Markt der Encarnación, 1948 teilweise und 1973 ganz abgerissen. Jahrelang blieb das Gelände leer. Als die Stadt hier eine Tiefgarage bauen wollte, stießen die Ausgrabungen auf etwas, das die Arbeiten stoppte: Straßen, Häuser und Mosaike des römischen Hispalis, dazu Wohnhäuser aus maurischer Zeit.

2Ein Wettbewerb und ein riesiger Sonnenschirm

2004 schrieb die Stadt einen internationalen Wettbewerb zur Neugestaltung des Platzes aus. Unter 65 Einsendungen gewann der Berliner Architekt Jürgen Mayer: eine Konstruktion aus Brettschichtholz, etwa 150 mal 70 Meter groß, die den Platz beschattet, die Ruinen schützt und sich bis zu einem Rundgang über den Dächern hinaufzieht. Sie wurde am 27. März 2011 eröffnet, und 2013 wurde der Spitzname offiziell zum Namen: Setas de Sevilla.

Unten die römische Stadt, in der Mitte der Markt des Viertels, oben das Sevilla des 21. Jahrhunderts.

Die Überreste kannst du im Antiquarium besichtigen, dem Museum auf der unteren Ebene. Wenn du hindurchgehst, verstehst du: Sevilla ist immer auf sich selbst gewachsen, Schicht um Schicht.

3Worauf du achten solltest

  • Die Stämme der Konstruktion: Sie stehen auf dem Platz, ohne die ausgegrabenen Überreste zu berühren.
  • Die Glasplatten des Antiquariums, durch die du von oben auf römische Böden blickst.
  • Der Markt unter dem Schirm, Erbe des alten Encarnación-Marktes.

Belegt

Der Metropol Parasol, nach einem Wettbewerb von 2004 von Jürgen Mayer entworfen, wurde 2011 über einer archäologischen Stätte mit römischen und maurischen Überresten eröffnet, die heute das Antiquarium bilden.

Quellen und Nachweise

Stadtverwaltung Sevilla und offizielle Website der Setas de Sevilla; Antiquarium de Sevilla (Instituto de la Cultura y las Artes de Sevilla, ICAS); Wikipedia, „Metropol Parasol“.

Fotos:

  • Das hölzerne Dach der Setas de Sevilla über dem Markt der Encarnación: Gzzz, CC BY-SA 4.0.

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