Du beginnst auf Kungsholmen, nur einen Katzensprung vom Zentrum entfernt, vor dem meistfotografierten Gebäude Stockholms: dem Stadshuset, dem Stadshaus. Es wirkt mittelalterlich, gehört aber ins 20. Jahrhundert. Der Architekt Ragnar Östberg baute zwölf Jahre lang daran, von 1911 bis 1923. Eingeweiht wurde es am 23. Juni 1923, am Mittsommerabend, zum vierhundertsten Jahrestag von Gustav Wasas Einzug in Stockholm.

1Venedig in Backstein

Östberg ließ sich vom Dogenpalast in Venedig mit seinen Arkaden über dem Wasser inspirieren und vom Campanile des Markusdoms. Er verbaute rund acht Millionen Ziegel, jeder achte davon handgefertigt, in einem größeren Format als üblich. Der Turm ist 106 Meter hoch und trägt drei goldene Kronen, das Wahrzeichen Schwedens, zum Königlichen Schloss hin ausgerichtet. Wenn du Lust hast hinaufzusteigen: Es sind 365 Stufen.

2Das Bankett am 10. Dezember

Jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, findet im Blauen Saal das Nobelpreisbankett statt. Das Witzige daran: Der Blaue Saal ist gar nicht blau. Östberg wollte ihn in dieser Farbe verputzen, doch als er den nackten Backstein sah, überlegte er es sich anders, und der Name blieb. Nach dem Essen steigen die Gäste zum Tanzen in den Goldenen Saal hinauf, der mit mehr als achtzehn Millionen Mosaiksteinchen aus Glas und Gold bedeckt ist.

Am 15. März 1986 fand im Blauen Saal auch die Trauerfeier für Olof Palme statt.

3Worauf du achten solltest

  • Die drei Kronen an der Spitze des Turms.
  • Die Arkaden, die sich zum Mälarsee öffnen.
  • Der Blick vom Garten nach Riddarholmen, wo die Geschichtsroute beginnt.

Belegt

Das Stadshuset wurde von Ragnar Östberg entworfen, zwischen 1911 und 1923 erbaut und am 23. Juni 1923 eingeweiht; jedes Jahr findet hier das Nobelpreisbankett statt.

Quellen und Nachweise

Stadt Stockholm (offizielle Website des Stadshauses, Geschichte des Stadshuset); Nobelprize.org (das Nobelbankett); schwedische Wikipedia, „Stockholms stadshus“.

Fotos:

  • Stockholmer Stadshaus aus rotem Backstein mit dem Turm der drei Kronen, über zugefrorenes Wasser gesehen: ArildV, CC BY-SA 4.0.

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