Wenn es einen Ort gibt, an dem argentinische Geschichte auf der Straße geschrieben wurde, dann diesen. Dreh dich langsam um die eigene Achse: Macht, Kirche und koloniale Erinnerung umgeben dich.
1Eine Bühne, vier Jahrhunderte alt
Juan de Garay legte hier 1580 den Hauptplatz an. In der Kolonialzeit war er Markt, Festplatz und Hinrichtungsstätte. Im Mai 1810 drängten sich die Menschen vor dem Cabildo, während drinnen über das Ende des Vizekönigreichs entschieden wurde, und daher hat der Platz seinen Namen.
2Die großen Tage
Im 20. Jahrhundert wurde der Platz zum politischen Thermometer des Landes. Am 17. Oktober 1945 füllten ihn Tausende Arbeiter und forderten die Freilassung von Oberst Juan Domingo Perón, der spät in der Nacht vom Balkon der Casa Rosada sprach. Am 16. Juni 1955 bombardierten Marineflugzeuge bei einem Putschversuch gegen Perón den Platz und töteten Hunderte Zivilisten.
3Die Mütter
Am 30. April 1977, mitten in der Militärdiktatur, trafen sich hier einige Mütter, um Auskunft über ihre verschwundenen Kinder zu verlangen. Weil die Polizei sie nicht stehen bleiben ließ, begannen sie, im Kreis um die Pyramide zu gehen. Mit weißen Kopftüchern taten sie das jahrzehntelang jeden Donnerstag.
Die auf den Boden gemalten Kopftücher zeichnen den Weg dieser Märsche nach.
4Worauf du achten solltest
- Die weißen Kopftücher, die rund um die Pyramide gemalt sind.
- Der Balkon der Casa Rosada, von dem Präsidenten und Anführer gesprochen haben.
- Das Reiterstandbild von Belgrano vor der Casa Rosada.
Belegt
Perón sprach am 17. Oktober 1945 von der Casa Rosada, der Platz wurde am 16. Juni 1955 bombardiert, und die Mütter versammelten sich erstmals am 30. April 1977.
Quellen und Nachweise
Asociación Madres de Plaza de Mayo und Madres de Plaza de Mayo Línea Fundadora; Nationales Gedächtnisarchiv (Menschenrechtssekretariat); spanische Wikipedia, «Plaza de Mayo» und «Bombardeo de la Plaza de Mayo».
Fotos:
- Die weiße Pirámide de Mayo, gekrönt von der Statue der Freiheit: Bernard Gagnon, CC BY-SA 4.0.
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