Vor dir liegt eines der berühmtesten Cafés der spanischsprachigen Welt. Sieh dir die Schlange an der Tür an: Buenos Aires geht hier seit mehr als eineinhalb Jahrhunderten ein und aus.
1Ein Café von 1858
Das Tortoni eröffnete 1858. Über den Gründer sind sich die Quellen uneins: Manche sprechen von einem französischen Einwanderer namens Touan, andere von einem gewissen Tortoni. So oder so erinnert der Name an das berühmte Café Tortoni am Boulevard des Italiens in Paris. 1880 zog es ins Erdgeschoss eines Hauses an der Calle Rivadavia, der Rückseite dessen, was du heute siehst.
2Ein neues Gesicht zur Avenida
Die Avenida de Mayo wurde ab 1888 durchgebrochen und 1894 eröffnet. Damit das Gebäude zur neuen Straße hin gut aussah, erhielt es eine neue Fassade des Architekten Alejandro Christophersen, die 1898 fertig war. Deshalb hat das Café zwei Eingänge: den eleganten an der Avenida und den alten an der Rivadavia.
3Künstler und Schriftsteller
1926 gründete der Maler Benito Quinquela Martín hier La Peña, einen Zirkel von Künstlern und Schriftstellern. Zu seinen Treffen kamen Alfonsina Storni, Jorge Luis Borges, Federico García Lorca und Arthur Rubinstein, und sogar Albert Einstein wird unter den Besuchern genannt. Carlos Gardel sang im Café und war Stammgast.
Im Untergeschoss bietet La Bodega Tango und Jazz; die Fénix Jazz Band spielt dort seit 1978 samstags.
4Worauf du achten solltest
- Der goldene Schriftzug und die Holztüren der Fassade von 1898.
- Die Fenster: Durch sie erahnst du die Säulen und Lampen des Saals.
- Die Avenida de Mayo, gesäumt von Gebäuden mit Kuppeln und Balkonen.
Belegt
Das Tortoni eröffnete 1858, und seine Fassade zur Avenida de Mayo von Alejandro Christophersen wurde 1898 fertiggestellt; La Peña wurde 1926 gegründet.
Quellen und Nachweise
Café Tortoni (offizielle Website, Geschichte); Stadttourismus Buenos Aires, Bares Notables; spanische Wikipedia, «Café Tortoni».
Fotos:
- Fassade des Café Tortoni an der Avenida de Mayo: Beatrice Murch from Buenos Aires, Argentina, CC BY 2.0.
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