Schau auf den Balkon des langen hellen Gebäudes vor dir. Von dort sprach Nicolae Ceaușescu am 21. Dezember 1989 zum letzten Mal zu einer Menschenmenge. Es war der Sitz des Zentralkomitees der Rumänischen Kommunistischen Partei, und die Kundgebung sollte nach dem Aufstand in Timișoara Unterstützung für das Regime zeigen.

1Die Rede, die schiefging

Ceaușescu wollte seinen Triumph vom August 1968 wiederholen, als er auf genau diesem Platz den sowjetischen Einmarsch in die Tschechoslowakei verurteilt und den Gipfel seiner Popularität erreicht hatte. Diesmal begannen nach wenigen Minuten die Pfiffe und Rufe. Das Staatsfernsehen, das live übertrug, brach das Bild ab, doch Millionen Rumänen hatten die Fassungslosigkeit in seinem Gesicht schon gesehen. In der Nacht wurde in der Bukarester Innenstadt geschossen.

Am 22. Dezember, als der Platz voller Demonstranten war, flohen Nicolae und Elena Ceaușescu im Hubschrauber vom Dach des Gebäudes. Noch am selben Tag wurden sie gefasst, von einem improvisierten Militärgericht verurteilt und am 25. Dezember hingerichtet. In den Kämpfen jener Tage geriet die Zentrale Universitätsbibliothek gegenüber in Brand, und Hunderttausende Bücher gingen verloren.

2Das Denkmal

In der Mitte steht das Denkmal der Wiedergeburt des Bildhauers Alexandru Ghilduș, enthüllt am 1. August 2005. Die Einheimischen gaben ihm schnell spöttische Spitznamen, etwa „die Kartoffel am Spieß“. Daneben nennt eine Wand in Messingbuchstaben die Namen der Opfer der Revolution.

3Worauf du achten solltest

  • Der Balkon über dem Eingang des ehemaligen Zentralkomitees, heute Innenministerium.
  • Das Denkmal, eine 25 Meter hohe weiße Pyramide.
  • Das Reiterstandbild Carols I. vor der Bibliothek, eine 2010 enthüllte Nachbildung jenes Standbilds, das die Kommunisten 1948 zerstörten.

Belegt

Belegt sind die Rede vom 21. Dezember 1989, die Flucht im Hubschrauber am 22., die Hinrichtung am 25. und die Enthüllung des Denkmals am 1. August 2005.

Quellen und Nachweise

Institutul Revoluției Române din Decembrie 1989, offizielle Chronologien; Rumänische Wikipedia, „Memorialul Renașterii“; Peter Siani-Davies, The Romanian Revolution of December 1989 (Cornell University Press, 2005).

Fotos:

  • Revolutionsplatz mit dem Denkmal der Wiedergeburt und dem ehemaligen Gebäude des Zentralkomitees: sailko, CC BY-SA 3.0.

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