Wenn du außer Atem angekommen bist, ist das ganz normal: Die Cuesta de San Blas ist kurz, aber steil, und in dieser Höhe nimmt man sie am besten sehr langsam. Atme durch und schau dich um. Zur Inkazeit hieß dieses Viertel Toqokachi, einer der Sektoren rund um den heiligen Kern der Stadt.

1Eine Pfarrei für die indigene Bevölkerung

Nach der Eroberung richteten die Kolonialbehörden rund um das Zentrum mehrere Pfarreien für die indigene Bevölkerung ein. San Blas war eine davon, gegründet in den 1560er-Jahren. Ihre Kirche mit Lehmziegelwänden auf Steinfundamenten gehört von außen zu den schlichtesten Cuscos.

2Die Kanzel

Innen bewahrt sie ein Meisterwerk: eine geschnitzte Zedernholzkanzel aus dem 17. Jahrhundert, übersät mit Figuren, Säulen und Blattwerk. Meist wird sie Juan Tomás Tuyru Túpac zugeschrieben, einem Künstler aus Cusco mit inkaischen Vorfahren, doch seine Urheberschaft ist nicht sicher belegt. Für den Besuch des Innenraums braucht man in der Regel ein Ticket; die Bedingungen erfährst du am Eingang.

3Das Viertel der Bildschnitzer

Seit Generationen ist San Blas das Viertel der Kunsthandwerker. Hier arbeitete die Familie Mendívil; ihr Begründer Hilario Mendívil wurde im 20. Jahrhundert mit seinen langhalsigen Madonnen und Heiligen berühmt. Werkstätten, Galerien und kleine Läden füllen bis heute die Häuser.

In San Blas verschmelzen das koloniale und das andine Cusco in jeder blau gestrichenen Tür.

4Worauf du achten solltest

  • Der frei stehende Glockenturm aus Stein, getrennt von der Kirche.
  • Die blauen Türen und Fenster, das Markenzeichen des Viertels.
  • Der Blick über die roten Dächer des Zentrums vom oberen Rand des Platzes.

Belegt

San Blas war eine der indigenen Pfarreien, die im 16. Jahrhundert rund um das Zentrum Cuscos entstanden; seine Kirche bewahrt eine berühmte barocke Kanzel aus Zedernholz.

Mündliche Überlieferung

Die Zuschreibung der Kanzel an Juan Tomás Tuyru Túpac ist überliefert und nicht sicher belegt.

Quellen und Nachweise

Erzbistum Cusco, Circuito Religioso; Ramón Gutiérrez (Hrsg.), „Arquitectura del altiplano peruano“ (1986); Kulturministerium von Peru, Dirección Desconcentrada de Cultura Cusco.

Fotos:

  • Kirche San Blas in Cusco mit ihrem frei stehenden Glockenturm aus Stein: xiquinhosilva, CC BY 4.0.

Fehler entdeckt? Schreib uns und wir sehen es uns an.