Schau nach oben: Dieser Ziegelturm mit der vietnamesischen Flagge ist eines der Wahrzeichen Hanois und eines der wenigen Stücke der Zitadelle aus dem 19. Jahrhundert, die noch stehen.
1Ein Wachturm der Nguyễn
Er entstand Anfang des 19. Jahrhunderts unter Gia Long, dem ersten Kaiser der Nguyễn-Dynastie. Die Quellen nennen entweder 1805 oder 1812. Er gehörte zur neuen Zitadelle im Vauban-Stil, die der Kaiser bauen ließ, und diente als Ausguck: Von oben überblickte man die Stadt und alle Zugänge zu ihr.
Der Turm ist 33,4 Meter hoch, mit Fahnenmast über 41. Er ruht auf drei quadratischen Plattformen, die nach oben hin schmaler werden, und innen führt eine Wendeltreppe bis zur Spitze. Sechsunddreißig blütenförmige und sechs fächerförmige Fenster bringen Licht und Luft in den Schaft.
2Der verschonte Turm
Nach der Eroberung rissen die Franzosen zwischen 1894 und 1897 fast die gesamte Zitadelle ab, um Straßen anzulegen und Kasernen und Ämter zu bauen. Der Turm überlebte, weil er ihnen als militärischer Posten nützte. Seit 1954 weht hier die Flagge der neuen Republik, und jahrzehntelang stand der Turm auf dem Gelände des Militärhistorischen Museums. Heute gehört er zum Komplex der Kaiserlichen Zitadelle.
Die Flagge ist hier keine Dekoration: Der Turm wurde gebaut, um weit zu sehen und von weitem gesehen zu werden.
3Worauf du achten solltest
- Die drei gestuften Plattformen, die den Turm tragen.
- Die kleinen blütenförmigen Fenster, verteilt über den achteckigen Schaft.
- Die Inschriften über den Türen der zweiten Plattform, etwa „Nghênh Húc“, „das Morgenlicht begrüßen“, auf der Ostseite.
Belegt
Der Turm wurde Anfang des 19. Jahrhunderts unter Gia Long gebaut, ist 33,4 Meter hoch und wurde von den Franzosen Ende jenes Jahrhunderts nicht abgerissen.
Quellen und Nachweise
Thăng Long – Hanoi Heritage Conservation Centre (hoangthanhthanglong.vn); vietnamischsprachige Wikipedia, „Cột cờ Hà Nội“; William S. Logan, „Hanoi: Biography of a City“ (2000).
Fotos:
- Der Flaggenturm von Hanoi aus Ziegeln mit der vietnamesischen Flagge an der Spitze: Richard Mortel, CC BY 2.0.
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