Vor dir steht die Nhà thờ Đức Bà, die Kathedrale Notre-Dame von Saigon, die bekannteste Kirche im Süden Vietnams. Ihr Rot ist keine Farbe: Es ist der originale Backstein, der per Schiff aus Frankreich kam.
1Eine Kirche für die Kolonie
Die Franzosen eroberten Saigon 1859 und hielten ihre ersten Gottesdienste in einer Holzkirche ab, die schließlich von Termiten zerfressen wurde. Für den Ersatz schrieb man einen Wettbewerb aus, den der Architekt Jules Bourard gewann. Bischof Isidore Colombert legte am 7. Oktober 1877 den Grundstein, am Ostersonntag 1880 wurde die Kirche geweiht. Fast das gesamte Material kam per Schiff aus Frankreich: die Ziegel, Dachziegel mit dem Stempel einer Werkstatt aus Marseille und Buntglasfenster der Firma Lorin aus Chartres. Die beiden Türme, fast 58 Meter hoch, kamen 1895 hinzu.
2Von der Kirche Saigons zur Basilika
Jahrzehntelang hieß sie schlicht die Kirche von Saigon. Der Name Notre-Dame setzte sich 1959 durch, als die Statue der Königin des Friedens davor aufgestellt wurde. 1962 verlieh ihr Papst Johannes XXIII. den Titel einer Basilika. 2017 begann eine große Restaurierung. Am 19. März 2026 kehrten zwei neue Kreuze auf die Turmspitzen zurück, in Belgien nach dem Originalentwurf geschmiedet. Die Gemeinde rechnet damit, die Arbeiten um 2027 abzuschließen.
3Worauf du achten solltest
- Der unverputzte Backstein, der seine Farbe ganz ohne Putz bewahrt hat.
- Die vergoldeten Kreuze, frisch auf den Turmspitzen montiert.
- Die Fensterrose über dem Hauptportal.
Belegt
Die Baudaten (1877–1880), die Türme von 1895 und der Basilika-Titel von 1962 sind in den Unterlagen der Erzdiözese verzeichnet.
Quellen und Nachweise
Erzdiözese Ho-Chi-Minh-Stadt (tgpsaigon.net); Zeitung Tuổi Trẻ, Bericht über die Montage der Kreuze (März 2026); vietnamesischsprachige Wikipedia, „Nhà thờ chính tòa Đức Bà Sài Gòn“.
Fotos:
- Die Kathedrale Notre-Dame von Saigon aus rotem Backstein mit zwei Türmen, davor die weiße Marienstatue: Diego Delso, CC BY-SA 3.0.
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