Vor dir liegt das Hotel Majestic, das 2025 seinen hundertsten Geburtstag feierte. Genau hier endet die Đồng-Khởi-Straße, die alte Rue Catinat, und der Fluss beginnt.
1Das Hotel von Herrn Hỏa
Eröffnet wurde es 1925 von der Firma von Hui Bon Hoa, in Saigon als „chú Hỏa“ bekannt, „Onkel Hỏa“, einer der reichsten Männer ganz Südvietnams. Er war ein Kaufmann chinesischer Herkunft, der sein Vermögen im Handel und vor allem mit Immobilien gemacht hatte: Man sagte, ein guter Teil der Häuser im Zentrum zahle ihm Miete. Seine Familienresidenz ist heute das Museum der Schönen Künste der Stadt. Das ursprüngliche Hotel hatte vier Stockwerke und 44 Zimmer, an der Ecke der Rue Catinat und des Flusskais.
2Von der Kolonie bis heute
Das Gebäude wechselte mehrmals Besitzer und Größe: Es wurde um neue Stockwerke erweitert und hieß nach 1975 eine Zeit lang Hotel Cửu Long, also „Mekong“. Seit 1995 führt es, renoviert, der staatliche Konzern Saigontourist. Seine Dachbar ist einer der klassischen Aussichtspunkte über den Fluss, besonders schön bei Sonnenuntergang.
Ein Jahrhundert lang sah jeder, der per Schiff nach Saigon kam, als Erstes dieses Hotel.
3Worauf du achten solltest
- Die weiße Fassade und ihr Eingang mit Säulenvorbau.
- Die Ecke, an der die Đồng Khởi auf den Fluss trifft.
- Der Saigon-Fluss mit seinen Booten und den Türmen von Thủ Thiêm am anderen Ufer.
Belegt
Die Gründung 1925 durch das Haus Hui Bon Hoa mit 44 Zimmern ist in kolonialen Handelsregistern und in der Hotelgeschichte selbst verzeichnet.
Mündliche Überlieferung
Die Vorstellung, „halb Saigon“ habe Onkel Hỏa Miete gezahlt, ist eine volkstümliche Redensart, die ein reales Vermögen übertreibt.
Quellen und Nachweise
Hotel Majestic Saigon, „Our history“ (majesticsaigon.com); Entreprises coloniales françaises, Dossier „Saigon Majestic“; Saigoneer, „Old Saigon Building of the Week: Hotel Majestic Saigon“.
Fotos:
- Das Hotel Majestic Saigon, ein weißes Gebäude im Kolonialstil am Fluss, dahinter ein Wolkenkratzer: Bahnfrend, CC BY-SA 4.0.
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