Vor dir steht das Nhà hát Thành phố, das Stadttheater, das alle das Opernhaus von Saigon nennen. Sein großer Eingangsbogen gehört zu den prächtigsten Kulissen der Stadt.

1Ein kleines Petit Palais

Ab 1863 holten die Franzosen Theatertruppen nach Saigon. Nach mehreren provisorischen Bühnen errichteten sie zwischen 1898 und 1900 dieses Gebäude nach Plänen des Architekten Félix Olivier. Die Fassade erinnert an das Petit Palais in Paris, das im selben Jahr entstand. Nicht allen gefiel so viel Zierrat: 1943 entfernte man einen Teil der Ornamente, um ihm ein moderneres Aussehen zu geben. 1944 beschädigten es alliierte Luftangriffe gegen die japanischen Truppen.

2Von der Bühne zum Parlament

1954, nach den Genfer Abkommen, fanden hier französische Zivilisten aus dem Norden Zuflucht. Ab 1956 war es Sitz der Nationalversammlung Südvietnams, später ihres Unterhauses. Erst 1976 wurde es wieder zu dem, wofür es gebaut worden war: einem Theater. 1998, zum dreihundertsten Jubiläum Saigons, restaurierte man die Fassade und gewann einen Teil des verlorenen Schmucks zurück. Heute stehen hier Konzerte, Ballett und zeitgenössischer Zirkus auf dem Programm, und das Haus ist wieder ganz der Bühne gewidmet.

Zwanzig Jahre lang wurden hier keine Opern gesungen, sondern Gesetze verabschiedet.

3Worauf du achten solltest

  • Der große Bogen der Fassade mit seinen Buntglasfenstern.
  • Die Frauenfiguren zu beiden Seiten des Eingangs.
  • Der Blick entlang der Lê Lợi, die am Theater endet.

Belegt

Der Bau zwischen 1898 und 1900, die Nutzung als Parlamentssitz ab 1956 und die Restaurierung von 1998 sind belegt.

Quellen und Nachweise

Universität Trier, Projekt Augustus in Saigon; Tim Doling, Exploring Ho Chi Minh City (Thế Giới, 2014); vietnamesischsprachige Wikipedia, „Nhà hát Thành phố Hồ Chí Minh“.

Fotos:

  • Das Opernhaus von Saigon mit heller Fassade, großem Mittelbogen und einer Freitreppe: Ekrem Canli, CC BY-SA 3.0.

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