Hier steht eine der großen Launen Christians IV., des Königs, der Kopenhagen mit Türmen füllte. Der Rundetårn wurde zwischen 1637 und 1642 als astronomische Sternwarte gebaut, als Teil eines Ensembles für die Universität: die Trinitatiskirche, eine Bibliothek und der Turm selbst.
1Eine Treppe ohne Stufen
Das Überraschendste liegt im Inneren: Es gibt keine Treppe. Eine etwa 210 Meter lange Wendelrampe windet sich siebeneinhalbmal bis nach oben, fast 35 Meter über die Straße. Sie wurde so angelegt, dass Pferde und Kutschen Instrumente und Bücher hinaufbringen konnten.
Der Entwurf wird Hans van Steenwinckel dem Jüngeren zugeschrieben, der 1639 starb, noch vor der Fertigstellung. Im Bibliothekssaal über der Kirche befand sich die erste Bibliothek der Universität, die im Brand von 1728 verloren ging.
Man erzählt, dass Zar Peter der Große 1716 zu Pferd die Rampe hinaufritt, gefolgt von der Zarin in einer Kutsche.
2Ein königliches Bilderrätsel
Schau dir die Fassade an: Die lateinische Inschrift mischt Wörter und Symbole. Die hebräischen Buchstaben des Gottesnamens, ein Schwert, ein Herz und das Monogramm des Königs ergeben ein Gebet: „Herr, lenke die rechte Lehre und Gerechtigkeit in das Herz des gekrönten Königs Christian IV.“ 1861 zogen die Astronomen in eine modernere Sternwarte um, doch im Winter dient der Turm bis heute als öffentliche Sternwarte.
3Worauf du achten solltest
- Das goldene Bilderrätsel an der Fassade, mit Herz und Krone.
- Die Kuppel der Sternwarte ganz oben.
- Die Trinitatiskirche, die mit dem Turm verbunden ist.

Belegt
Der Turm wurde zwischen 1637 und 1642 als Universitätssternwarte gebaut, mit einer etwa 210 Meter langen Wendelrampe.
Mündliche Überlieferung
Peters des Großen Ritt die Rampe hinauf im Jahr 1716 taucht in jeder Darstellung auf, aber Details wie die Zarin in ihrer Kutsche gehören zur volkstümlichen Erzählung.
Quellen und Nachweise
Rundetaarn, offizielle Website (rundetaarn.dk), Geschichte und Architektur; Den Store Danske (lex.dk), ‚Rundetårn‘; Nationalmuseet, ‚Christian 4.s byggerier‘.
Fotos:
- Der Runde Turm aus Backstein, von der Købmagergade aus gesehen: Jorge Láscar from Melbourne, Australia, CC BY 2.0.
- Die vergoldete Inschrift Christians IV. an der Fassade des Runden Turms: Christian Bickel, CC BY-SA 2.5.
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