Vor dir liegt eine der elegantesten Fassaden des Zentrums, und es ist kein Palast, sondern ein Bahnhof. Dahinter fließt der Rímac, der Fluss, der der Stadt ihren Namen gab, und in der Ferne erhebt sich der Hügel San Cristóbal.
1Ein geerbter Name
Der Bahnhof trägt den Namen der Kirche Nuestra Señora de los Desamparados, Unsere Liebe Frau der Verlassenen, einer Jesuitenkirche aus dem 17. Jahrhundert, die direkt nebenan stand. Die Kirche wurde 1937 abgerissen, doch ihr Name blieb am Bahnsteig erhalten.
2Eine Eisenbahn zum Dach der Welt
Von hier fuhr die Zentralbahn ab, die Linie, die von der Küste ins Hochland von Huancayo hinaufsteigt. Der Bau begann 1870 unter dem amerikanischen Unternehmer Henry Meiggs. Es ist eine außergewöhnliche Ingenieurleistung: In wenigen Stunden stieg der Zug vom Meeresspiegel auf fast 4.800 Meter, über Brücken, durch Tunnel und Spitzkehren.
Das heutige Gebäude wurde 1912 fertiggestellt und war das erste öffentliche Bauwerk des peruanischen Architekten Rafael Marquina, der später an der Plaza San Martín mitarbeiten sollte.
2008 machte der Staat aus dem Bahnhof das Haus der peruanischen Literatur. Wo man einst Fahrkarten in die Anden kaufte, erkunden Besucher heute Säle über Vallejo, Arguedas und Vargas Llosa.
3Worauf du achten solltest
- Die Uhr hoch oben an der Fassade, bei einem Bahnhof ein Muss.
- Die riesigen Pilaster, die die Fassade in fünf Achsen gliedern.
- Das Jugendstil-Oberlicht aus farbigem Glas, das du siehst, wenn du in die Halle spähst.
Belegt
Das Bahnhofsgebäude wurde 1912 nach Plänen von Rafael Marquina fertiggestellt und beherbergt seit 2008 das Haus der peruanischen Literatur.
Quellen und Nachweise
Casa de la Literatura Peruana, Ministry of Education of Peru (history of the building); Supreme Decree 007-2008-ED; Ferrocarril Central Andino, history of the line.
Fotos:
- Fassade des ehemaligen Bahnhofs Desamparados mit Uhr, heute das Haus der peruanischen Literatur: Felipe Restrpo Acosta, CC BY-SA 4.0.
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