Vor dir steht die Oper von Lyon, ein Gebäude aus zwei Teilen. Unten ein klassizistisches Theater aus dem 19. Jahrhundert, oben ein Glasgewölbe, über das in den 1990er-Jahren ganz Frankreich diskutierte.

1Drei Theater an einem Ort

Das erste Grand Théâtre an dieser Stelle baute Jacques-Germain Soufflot; es wurde 1756 auf dem Gelände der Rathausgärten eröffnet und 1826 abgerissen. Sein Nachfolger von Antoine-Marie Chenavard und Jean-Marie Pollet öffnete am 1. Juli 1831, noch ohne Fassadenschmuck. Die Musenstatuen wurden erst 1862 in Auftrag gegeben.

Wenn du nachzählst, kommst du auf acht Musen, nicht neun. Oft heißt es, für die neunte, Urania, sei kein Platz gewesen; das ist eine volkstümliche Erklärung, keine belegte Tatsache.

2Nouvels Gewölbe

Zwischen 1989 und 1993 baute der Architekt Jean Nouvel das Haus von Grund auf um. Er behielt nur die vier Fassaden und das historische Foyer, entkernte das Innere und vervielfachte es nach oben und unten: achtzehn Ebenen, fünf davon unter der Erde und fünf im Gewölbe, dessen Scheitel rund 42 Meter hoch liegt. Dort oben probt das Ballett der Opéra de Lyon.

Nachts leuchten die Arkaden rot. Im Sommer gibt es unter dem Säulengang oft Jazzkonzerte.

3Worauf du achten solltest

  • Die Musen auf dem Gesims: Zähl sie.
  • Der Kontrast zwischen dem Stein von 1831 und dem Glas von 1993.
  • Die Ostfassade des Rathauses gegenüber, auf der anderen Seite der Place de la Comédie.

Belegt

Soufflots Grand Théâtre wurde 1756 eröffnet, das von Chenavard und Pollet 1831; Jean Nouvel baute es zwischen 1989 und 1993 um und behielt Fassaden und Foyer bei.

Mündliche Überlieferung

Die Erklärung, die neunte Muse habe nicht auf die Fassade gepasst, ist volkstümlich und nicht belegt.

Quellen und Nachweise

Opéra de Lyon, offizielle Website; Ateliers Jean Nouvel, Projektseite; Philippe Dufieux, „L’affaire du Grand Théâtre de Lyon“, in Antoine-Marie Chenavard, architecte lyonnais (Presses universitaires de Rennes, 2016).

Fotos:

  • Die Oper von Lyon: klassizistische Steinfassade mit Statuen der Musen, gekrönt von einem großen Glasgewölbe: Mike is Michi, CC BY-SA 4.0.

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