Vor dir steht die Kirche, die die Mailänder als ihre eigentliche empfinden. Es ist nicht der Dom, doch ihr Heiliger, Ambrosius, ist der Stadtpatron, und sein Festtag, der 7. Dezember, prägt bis heute den Mailänder Kalender.
1Ein Bischof gegen den Kaiser
Ambrosius war römischer Statthalter, als das Volk ihn im Jahr 374 zum Bischof wählte, obwohl er noch nicht einmal getauft war. Zwischen 379 und 386 ließ er diese Basilika außerhalb der Stadtmauern bauen, in einem Gebiet mit Märtyrergräbern, weshalb sie zunächst Basilica Martyrum hieß. Hier bettete er die Gebeine der heiligen Gervasius und Protasius, und hier wurde er selbst im Jahr 397 beigesetzt. Seine Gebeine ruhen bis heute in der Krypta.
2Eine Kirche in Schichten
Was du siehst, ist größtenteils der romanische Neubau vom Ende des 11. Jahrhunderts, der Sant'Ambrogio zum Vorbild der lombardischen Romanik machte. Schau dir die beiden Glockentürme an: Der rechte, der Turm der Mönche, stammt aus dem 9. Jahrhundert; der linke, der Turm der Kanoniker, wurde im 12. Jahrhundert vollendet. Mönche und Kanoniker teilten sich die Basilika jahrhundertelang, und nicht immer friedlich.
Zwei Gemeinschaften, zwei Türme und eine Kirche: Die Rivalität ist in Stein geschrieben.
Im Jahr 1943 beschädigten Bomben das Atrium schwer; nach dem Krieg wurde es wiederhergestellt.
3Worauf du achten solltest
- Das Arkadenatrium, in dem sich die Gläubigen versammelten, bevor sie eintraten.
- Die beiden Glockentürme, verschieden in Höhe und Alter.
- Die obere Loggia der Fassade, von der aus der Bischof zur Menge sprechen konnte.
Belegt
Ambrosius gründete die Basilika zwischen 379 und 386 und wurde 397 dort beigesetzt; ihre heutige Gestalt ist überwiegend romanisch (Ende des 11. Jahrhunderts).
Quellen und Nachweise
Basilica di Sant'Ambrogio (offizielle Website); Arcidiocesi di Milano; Paolo Tomea et al., «La basilica di Sant'Ambrogio: il tempio ininterrotto» (Vita e Pensiero, 1995).
Fotos:
- Atrium mit Arkaden und Backsteinfassade der Basilika Sant'Ambrogio mit ihrem Glockenturm: Threecharlie, CC BY-SA 4.0.
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