Du stehst auf dem Petersbergl, dem einzigen echten Hügel der Altstadt. Hier steht St. Peter, die älteste Pfarrkirche der Stadt, schon um 1225 erwähnt und 1294 gotisch neu gebaut. Ihr 91 Meter hoher Turm ist der „Alte Peter“, und die Münchner hängen so an ihm, dass ein bekanntes Lied verspricht: Solange er steht, stirbt die Münchner Gemütlichkeit nicht aus.
1Eine Heilige aus den Katakomben
Wenn du hineingehst, such im nördlichen Seitenschiff einen schwarzen Schrein mit Silberschmuck. Darin liegt, für alle sichtbar, das Skelett der heiligen Munditia, in bestickte Gewänder gekleidet und mit Juwelen übersät. Sie stammt aus der Katakombe von San Lorenzo in Rom; über ihr Leben weiß man nur, was auf ihrer Grabplatte steht. 1675 erhielt der Ratsherr und Kaufmann Franz Benedikt Höger sie als Geschenk für diese Kirche, und 1677 brachte er sie nach München.
1804 wurde die Zurschaustellung der Gebeine verboten und man verdeckte sie mit einem hölzernen Reliquiar; seit 1883 sind sie wieder zu sehen.
Ihr Gedenktag ist der 17. November, und sie gilt als Patronin der alleinstehenden Frauen.
2Die Armesünderglocke
Im Turm hängt die älteste Glocke der Kirche, gegossen kurz nach dem Stadtbrand von 1327. Sie läutete, wenn der Priester zu Sterbenden ging, und bei Hinrichtungen auf dem Marienplatz. Karl Valentin, Münchens großer Komiker, hatte seine eigene Erklärung dafür, warum der Turm acht Zifferblätter hat: damit acht Leute gleichzeitig auf die Uhr schauen können.
3Worauf du achten solltest
- Die Zifferblätter rund um den Turm: Valentin zählte acht.
- Der Schrein der heiligen Munditia in einer Kapelle des nördlichen Seitenschiffs.
- Die Aussichtsplattform in 56 Metern Höhe, über 306 Stufen zu erreichen.

Belegt
St. Peter wird um 1225/1226 erwähnt, die gotische Kirche wurde 1294 geweiht; die Gebeine der heiligen Munditia kamen 1677 aus der römischen Katakombe von San Lorenzo und sind seit 1883 zu sehen.
Mündliche Überlieferung
Dass die Münchner Gemütlichkeit so lange währt, wie der Alte Peter steht, sagt ein Volkslied, keine Prophezeiung.
Quellen und Nachweise
Pfarrei St. Peter München, offizielle Website; Erzdiözese München und Freising, „Die heilige Munditia“; deutschsprachige Wikipedia, „St. Peter (München)“ und „Munditia“.
Fotos:
- Der Turm des Alten Peter mit seiner grünen Spitze über den Dächern, vom Viktualienmarkt aus gesehen: Richard Huber, CC BY-SA 3.0.
- Schwarz-silberner Schrein mit dem juwelengeschmückten Skelett der heiligen Munditia in St. Peter: Burkhard Mücke, CC BY-SA 4.0.
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