Vor dir steht der prächtigste Palast der Altstadt. In einer Gasse, so eng, dass du den Kopf in den Nacken legen musst, um ihn zu sehen, baute die Familie Lascaris de Vintimille im 17. Jahrhundert eine Residenz, die ihres Namens würdig war.

1Ein kaiserlicher Name

Hinter dem Namen steckt eine überraschende Geschichte. Im Juli 1261 heiratete Graf Wilhelm Peter von Ventimiglia Eudokia Laskarina, die Tochter des byzantinischen Kaisers Theodor II. Ihre Nachkommen übernahmen den Familiennamen der Prinzessin und nahmen den Doppeladler der Laskariden in ihr Wappen auf. Mehrere Zweige der Familie ließen sich in der Grafschaft Nizza nieder und dienten dem Haus Savoyen als Soldaten, Bischöfe und Diplomaten.

Der Palast entstand in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und wurde im 18. Jahrhundert erweitert, in einem Barock nach genuesischem Vorbild. Die Decken des Hauptgeschosses tragen noch ihre originalen Fresken aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, und die Prunktreppe mit Bögen, Balustraden und Statuen gehört zu den schönsten der Stadt.

Die Familie behielt ihn bis 1802. Danach wurde er in Wohnungen aufgeteilt und verfiel, bis die Stadt ihn 1942 kaufte.

2Vom Adelssitz zum Museum

Nach langer Restaurierung wurde er 1970 für das Publikum geöffnet. Seit 2011 zeigt er eine der bedeutendsten Sammlungen historischer Instrumente in Frankreich, mit rund fünfhundert Stücken.

3Worauf du achten solltest

  • Die Balkone auf ihren gemeißelten Steinkonsolen.
  • Das Steinportal, durch das du einen Blick auf den Fuß der Treppe erhaschst.
  • Die Enge der Rue Droite, einst die Hauptstraße der Stadt.
Schmiedeeiserne Balkone auf gemeißelten Steinkonsolen an der Fassade des Palais Lascaris
Die Balkone, von der Rue Droite aus gesehen.
Prunktreppe des Palais Lascaris mit Balustraden und Deckenfresken
Die Prunktreppe im Inneren des Museums.

Belegt

Der Palast wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut, gehörte bis 1802 der Familie Lascaris de Vintimille und wurde 1942 von der Stadt gekauft; 1970 öffnete er als Museum.

Quellen und Nachweise

Ville de Nice, Website des Palais Lascaris; Ministère de la Culture, Datenbank Mérimée (Monument historique seit 1946); französische Wikipedia, „Palais Lascaris“ und „Famille Lascaris de Vintimille“.

Fotos:

  • Die enge Rue Droite mit der Fassade und den Balkonen des Palais Lascaris: Jesmar, CC BY-SA 3.0.
  • Schmiedeeiserne Balkone auf gemeißelten Steinkonsolen an der Fassade des Palais Lascaris: Finoskov, CC BY-SA 4.0.
  • Prunktreppe des Palais Lascaris mit Balustraden und Deckenfresken: dalbera, CC BY 2.0.

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