Nur wenige Kathedralen haben so lange auf ihre Vollendung gewartet. Karl IV. legte 1344 den Grundstein, in dem Jahr, in dem Prag Erzbistum wurde. Der Franzose Matthias von Arras begann den Bau, und nach seinem Tod führte ihn der junge Peter Parler fort und gab ihm seine kühnen Gewölbe. Die Hussitenkriege unterbrachen die Arbeiten, und der Dom blieb jahrhundertelang halb fertig. Erst 1929, zum tausendsten Todesjahr des heiligen Wenzel, wurde er für vollendet erklärt.

1Das Herz Böhmens

Die Könige von Böhmen wurden hier gekrönt, und viele sind hier begraben, darunter Karl IV. Die Wenzelskapelle, mit Halbedelsteinen verkleidet, birgt das Grab des Schutzpatrons. Darüber, in einer Kammer mit sieben Schlössern, deren Schlüssel sieben verschiedene Personen verwahren, darunter der Präsident und der Erzbischof, werden die Kronjuwelen aufbewahrt.

Die Überlieferung sagt, wer die Krone ohne Recht aufsetzt, stirbt innerhalb eines Jahres.

Die Warnung wird oft mit Reinhard Heydrich in Verbindung gebracht, dem NS-Funktionär, der 1942 in Prag getötet wurde, doch es gibt keinen Beleg dafür, dass er die Krone je aufgesetzt hat.

2Die Goldene Pforte

Der Festeingang des Doms liegt auf der Südseite. Über seinen drei Bögen leuchtet ein Mosaik des Jüngsten Gerichts von 1370–1371, aus mehr als einer Million Glas- und Goldstückchen. In der Mitte knien Karl IV. und seine Frau Elisabeth von Pommern im Gebet.

3Worauf du achten solltest

  • Das Mosaik der Goldenen Pforte, mit den Toten, die aus ihren Gräbern steigen.
  • Die Wasserspeier an der Fassade, einige davon aus dem 20. Jahrhundert.
  • Der große Südturm mit seiner Uhr und der grünen Renaissance-Haube.

Belegt

Der Dom wurde 1344 begonnen, von Matthias von Arras und Peter Parler entworfen und 1929 vollendet; das Mosaik der Goldenen Pforte stammt von 1370–1371.

Mündliche Überlieferung

Der Fluch der Krone und seine Verbindung zu Reinhard Heydrich haben keine urkundliche Grundlage.

Quellen und Nachweise

Offizielle Website der Prager Burg (hrad.cz), Veitsdom; Erzdiözese Prag; Tschechische Wikipedia, „Katedrála svatého Víta, Václava a Vojtěcha“.

Fotos:

  • Die Goldene Pforte des Veitsdoms mit dem Mosaik des Jüngsten Gerichts: Serafita, CC BY-SA 4.0.

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