Du hast den Outeiro da Glória erklommen, und die Belohnung liegt hinter dir: die Guanabara-Bucht, der Parque do Flamengo und in der Ferne der Zuckerhut. Doch die Kirche verdient genauso viel Aufmerksamkeit wie die Aussicht.
1Ein Hügel mit Vergangenheit
Hier spielte sich eine der Gründungsepisoden Rios ab: Im Januar 1567 griffen die Portugiesen die befestigte Stellung Uruçu-mirim am Ufer des heutigen Flamengo an, gehalten von den Franzosen und ihren Verbündeten, den Tamoio. In diesem Kampf traf ein Pfeil Estácio de Sá, den Gründer der Stadt, ins Gesicht; einen Monat später starb er.
2Eine Acht aus Stein
1699 schenkte Cláudio do Amaral Gurgel das Grundstück der Bruderschaft der Glória, und 1739 wurde die Kirche eröffnet. Der Grundriss ist außergewöhnlich: zwei verbundene Achtecke, die eine „8“ bilden, ohne klares Vorbild in Brasilien. Die Überlieferung schreibt den Entwurf Oberstleutnant José Cardoso Ramalho zu, doch Dokumente bestätigen das nicht. Innen stammen die blau-weißen Azulejo-Bilder aus Lissabon, gefertigt zwischen 1735 und 1740.
Nach der Ankunft des Hofes wurde hier 1819 Prinzessin Maria da Glória getauft, die spätere Königin von Portugal, später auch Pedro II. und Prinzessin Isabel.
3Worauf du achten solltest
- Der Turm mit Zwiebelhaube, vom Flamengo aus unverkennbar.
- Die Portale aus Lioz-Kalkstein, aus Lissabon herbeigeschafft.
- Der Blick auf den Zuckerhut und an klaren Tagen auf die Christusstatue auf dem Corcovado.
Belegt
Die Kirche wurde 1739 eröffnet, ihr Grundriss besteht aus zwei Achtecken, und 1819 wurde hier Prinzessin Maria da Glória getauft.
Mündliche Überlieferung
Die Zuschreibung des Entwurfs an José Cardoso Ramalho stammt aus mündlicher Überlieferung und ist nicht belegt.
Quellen und Nachweise
Imperial Irmandade de Nossa Senhora da Glória do Outeiro (offizielle Website); IPHAN, Einträge zum Denkmalschutz; portugiesische Wikipedia, „Igreja de Nossa Senhora da Glória do Outeiro“ und „Estácio de Sá“.
Fotos:
- Luftaufnahme der Kirche Glória do Outeiro auf ihrem Hügel: Donatas Dabravolskas, CC BY-SA 4.0.
- Turm der Glória-Kirche zwischen blühenden Ipê-Bäumen: Romarj, CC BY-SA 4.0.
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