Hinter diesem Tor liegt Jongmyo, der königliche Schrein der Joseon-Dynastie. Hier hat nie ein König gewohnt: Hier wurden die Toten geehrt. Seit 1995 gehört er zum UNESCO-Welterbe.

1Der Tempel der Ahnen

Nach konfuzianischem Vorbild legte König Taejo bei der Gründung der Hauptstadt den Ahnenschrein auf die eine Seite des Palasts und den Altar für Erde und Getreide auf die andere. Jongmyo entstand 1394 und 1395. Im Imjin-Krieg brannte er nieder und wurde im frühen 17. Jahrhundert wiederaufgebaut. Die originalen Tafeln hatten überlebt, versteckt im Haus einer einfachen Familie.

Die Haupthalle, Jeongjeon, wurde mit jedem verstorbenen König länger, bis sie neunzehn Kammern hatte. Mit einer über hundert Meter langen Fassade ist sie eines der längsten traditionellen Gebäude Ostasiens. Sie birgt die Tafeln von 19 Königen und 30 Königinnen; eine weitere Halle, Yeongnyeongjeon, bewahrt die von 16 weiteren Königen und 18 Königinnen.

2Ein lebendiger Ritus

Jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai feiern Nachfahren der Königsfamilie das Jongmyo Jerye, mit Musik und Tänzen, die zu Sejongs Zeit entstanden. Ritus und Musik stehen seit 2001 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.

Drinnen war ein erhöhter Steinweg in der Mitte den Geistern vorbehalten; der König und der Kronprinz gingen an den Seiten.

Besichtigungen im Inneren sind meist nur mit Führung und zu festen Zeiten möglich. Schau vorher auf der offiziellen Website nach.

3Worauf du achten solltest

  • Das äußere Tor, schlicht und ohne leuchtende Bemalung, wie es sich für einen Ort der Trauer gehört.
  • Der Steinweg, der gleich dahinter beginnt.
  • Die Zurückhaltung der ganzen Anlage im Vergleich zu den farbenfrohen Palästen.

Belegt

Jongmyo wurde 1394–1395 erbaut, nach dem Imjin-Krieg wiederaufgebaut und birgt die Tafeln der Joseon-Könige und -Königinnen; seit 1995 ist er Welterbe.

Quellen und Nachweise

UNESCO World Heritage Centre, «Jongmyo Shrine»; Korea Heritage Service, Verwaltung von Jongmyo, offizielle Website; Shin Young-hoon, «The Royal Palaces of Korea» (2008).

Fotos:

  • Äußeres Tor des Jongmyo-Schreins aus rotem Holz mit grauem Dach, zwischen Backsteinmauern, davor Besucher: Bgag, CC0.

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