Du bist im Herzen des Viertels Santa Cruz, Sevillas altem Judenviertel. Dieser friedliche Platz birgt eine Geschichte von Abriss, Verlust und einem verschwundenen Maler.

1Von der Synagoge zum Platz

Nach der kastilischen Eroberung von 1248 ließen sich Sevillas Juden in diesem Viertel nieder. 1391 zerstörte ein gewaltsamer Überfall auf das Judenviertel einen großen Teil der Gemeinde, und ihre Synagogen wurden in Kirchen umgewandelt. Eine davon stand an dieser Stelle und wurde zur Pfarrkirche Santa Cruz.

2Murillo, ohne Grab

1682 wurde der Maler Bartolomé Esteban Murillo, der in der Nachbarschaft lebte, in dieser Kirche beigesetzt. Während der französischen Besatzung, um 1810, riss man die Kirche ab, um einen Platz anzulegen, und die Überreste des Malers gingen verloren. Eine Gedenktafel von 1858 markiert, wo sein Grab einst lag.

Murillo malte für halb Sevilla, und doch weiß niemand, wo er heute ruht.

Murillo wohnte tatsächlich ganz in der Nähe, und die Gassen rund um den Platz, wie die Calle Santa Teresa oder das Callejón del Agua, bewahren den verwinkelten Verlauf des alten Judenviertels. Das heutige Aussehen des Platzes entwarf Juan Talavera 1918, im Rahmen der Verschönerungen, die das Viertel auf die Ausstellung von 1929 vorbereiteten.

3Worauf du achten solltest

  • Die Cruz de la Cerrajería, ein schmiedeeisernes Meisterwerk von Sebastián Conde (1692), das einst in der Calle Sierpes stand und 1921 hierher kam.
  • Murillos Gedenktafel, die an sein verlorenes Grab erinnert.
  • Die Orangenbäume und gefliesten Bänke, typisch für das Viertel.

Belegt

Murillo wurde 1682 in der um 1810 abgerissenen Kirche Santa Cruz beigesetzt; der heutige Platz wurde 1918 von Juan Talavera gestaltet, und die Cruz de la Cerrajería wurde 1921 hierher versetzt.

Quellen und Nachweise

Stadtverwaltung Sevilla, Visita Sevilla, „Barrio de Santa Cruz“; Instituto Andaluz del Patrimonio Histórico (IAPH); Wikipedia, „Plaza de Santa Cruz (Sevilla)“.

Fotos:

  • Das Cruz de la Cerrajería zwischen Orangenbäumen auf der Plaza de Santa Cruz: Felicia, Yu-Jyun Fan, CC BY-SA 4.0.

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