Vor dir erhebt sich die Bühnenwand eines römischen Theaters, das noch immer in Gebrauch ist. Gebaut hat es Herodes Atticus, ein märchenhaft reicher Athener, römischer Senator und Mäzen halb Griechenlands, zum Andenken an seine Frau Aspasia Annia Regilla, die um 160 n. Chr. starb. Um 161 n. Chr. war der Bau fertig.
1Ein verdächtiger Tod
Regilla starb schwanger und unter undurchsichtigen Umständen. Ihr Bruder beschuldigte Herodes in Rom, sie von einem Freigelassenen haben schlagen zu lassen. Antike Autoren berichten, er sei freigesprochen worden und habe vielleicht, um die Gerüchte zum Schweigen zu bringen, seiner Frau immer neue öffentliche Ehren erwiesen. Dieses Odeon, ein Konzertsaal für Musik, ist die eindrucksvollste davon.
2Ein Zedernholzdach und Marmorsitze
Nach Pausanias hatte das Odeon ein Dach aus Zedernholz, für ein Gebäude dieser Größe etwas Außergewöhnliches, und bot rund fünftausend Menschen Platz. Beim Einfall der Heruler im Jahr 267 n. Chr. wurde es verwüstet. Die Sitzreihen wurden in den 1950er-Jahren in Marmor wiederhergestellt, und seither ist es die Hauptbühne des Athener Festivals. Maria Callas sang hier 1957.
Dieselben Bögen, die Herodes sah, rahmen heute Konzerte und Opern an Sommerabenden.
3Worauf du achten solltest
- Die drei Bogenreihen der Fassade, typisch römisch.
- Die Balkenlöcher hoch oben in der Wand, wo die Konstruktion abgestützt war.
- Der Philopappos-Hügel gegenüber, mit dem Grabmonument auf dem Gipfel.

Belegt
Herodes Atticus erbaute das Odeon um 161 n. Chr. zum Gedenken an Regilla. Es wurde beim Heruler-Einfall 267 zerstört und im 20. Jahrhundert restauriert.
Quellen und Nachweise
Griechisches Kulturministerium, Eintrag zum Odeon des Herodes Atticus; Pausanias, Description of Greece, VII, 20; Philostratos, Lives of the Sophists, II, 1; Athens Epidaurus Festival (offizielle Website).
Fotos:
- Die steinerne Bogenfassade des Odeons des Herodes Atticus: Jebulon, CC0.
- Im Inneren des Odeons des Herodes Atticus mit seinen Marmorsitzen: Thodorisv, CC BY-SA 4.0.
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