Du stehst vor dem Heiligtum der Jungfrau von Begoña, der Schutzpatronin von Biskaya, die die Bilbaínos liebevoll Amatxu nennen, baskisch für „Mütterchen“. Die Kirche, die du siehst, wurde Anfang des 16. Jahrhunderts nach Plänen von Sancho Martínez de Asego begonnen, und die Figur kam erst 1603 hinein.

1Der Fuß, der sich nicht rühren wollte

Der Legende nach erschien die Figur auf einer Steineiche auf diesem Hügel. Die Dorfbewohner wollten sie an einen bequemeren Ort bringen, doch das Baumaterial, das sie tagsüber zusammentrugen, lag am nächsten Morgen wieder hier oben. Eine Version fügt hinzu, eine Stimme habe „Bego oña“ gerufen, etwa „Halt deinen Fuß still“, und daher komme der Name Begoña. Der Schriftsteller Antonio de Trueba hielt die Geschichte im 19. Jahrhundert fest und wies schon damals darauf hin, dass man sie sich an vielen Wallfahrtsorten erzählt.

2Eine Festung wider Willen

Die belegte Geschichte ist rauer. Weil Begoña über der Stadt thront, wurde es in den Karlistenkriegen zur Militärstellung. 1835, während der ersten Belagerung Bilbaos, wurde der Karlistengeneral Tomás de Zumalacárregui ganz in der Nähe am Bein verwundet und starb wenige Tage später. Die Liberalen sprengten den Glockenturm, der auf die Gewölbe stürzte, und 1874 fiel der Turm unter Artilleriebeschuss erneut. Die Figur überlebte, weil ihre Verehrer sie hinunter in die Kirche Santiago trugen.

Einer Seefahrertradition zufolge beteten die Seeleute, die den Fluss heraufkamen, ein Salve Regina, sobald sie diesen Turm erblickten.

3Worauf du achten solltest

  • Das Portal in Form eines Triumphbogens aus dem 16. Jahrhundert.
  • Der Turm, nach den Kriegen des 19. Jahrhunderts wiederaufgebaut.
  • Der Blick vom Platz auf die Altstadt.

Belegt

Die heutige Kirche wurde Anfang des 16. Jahrhunderts begonnen, die Figur 1603 aufgestellt; bei den Belagerungen der Karlisten 1835-1836 und 1873-1874 wurde das Heiligtum schwer beschädigt.

Mündliche Überlieferung

Die Erscheinung auf einer Steineiche, das wundersame Wandern des Baumaterials und die Stimme, die „Bego oña“ rief, sind von Antonio de Trueba aufgezeichnete Legenden ohne dokumentarische Grundlage.

Quellen und Nachweise

Basilika von Begoña, Geschichte des Heiligtums; Antonio de Trueba, „La leyenda de Begoña“ (19. Jahrhundert); Baskische Regierung, Jakobsweg: Datenblatt zum Heiligtum von Begoña (euskadi.eus).

Fotos:

  • Der hohe, durchbrochene Turm der Basilika von Begoña über ihrem Portal in Form eines Triumphbogens: Zarateman, CC0.

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