Vor dir, hinter Gittern und Wachen, liegt die Casa de Nariño, Wohnsitz und Amtssitz des Präsidenten Kolumbiens. Der Name ist keine abstrakte Würdigung: Genau auf diesem Grundstück wurde am 9. April 1765 Antonio Nariño geboren.
1Ein gefährlicher Übersetzer
Als Sohn einer wohlhabenden Familie aus Santafé war Nariño Kaufmann, Beamter und leidenschaftlicher Leser. Um 1793 übersetzte und druckte er heimlich die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der Französischen Revolution. Sein Mut kostete ihn viel: Er wurde vor Gericht gestellt und verbrachte lange Jahre im Gefängnis oder im Exil. Später wurde er Präsident des Staates Cundinamarca und General im Unabhängigkeitskrieg. Seine Gebeine ruhen heute in der Primatialkathedrale.
2Vom Palacio de la Carrera zur Casa de Nariño
Das Familienpalais, bekannt als Palacio de la Carrera, kaufte der Staat 1885. General Rafael Reyes ließ es abreißen und nach Plänen von Gaston Lelarge und Julián Lombana neu bauen, und der neue Palast wurde am 20. Juli 1908 eingeweiht. Zwischen 1974 und 1978 wurde er erweitert und umgebaut, und 1979 und 1980 zog die Präsidentschaft wieder hierher.
In seinen Gärten steht noch immer das Astronomische Observatorium von 1803, entworfen von Fray Domingo de Petrés. Die Kreolen, die den Streit um die Blumenvase planten, trafen sich dort heimlich.
Der Palast war auch Ziel von Gewalt. Am 7. August 2002, bei der Amtseinführung von Präsident Álvaro Uribe, schlug eine selbstgebaute Rakete in sein Gesims ein. Seitdem sind die Sicherheitsvorkehrungen in der Umgebung deutlich strenger.
3Worauf du achten solltest
- Die klassizistische Steinfassade, mit Giebel und Säulen.
- Die Soldaten der Präsidentengarde, die die Eingänge bewachen.
- Die Gitter und Kontrollposten, die den Sicherheitsbereich des Palasts markieren.

Belegt
Antonio Nariño wurde am 9. April 1765 in einem Haus auf diesem Grundstück geboren; der heutige Palast wurde 1908 eingeweiht und ist Sitz der Präsidentschaft.
Quellen und Nachweise
Presidencia de la República de Colombia, Geschichte der Casa de Nariño; Enrique Santos Molano, «Antonio Nariño, filósofo revolucionario» (1999); Biblioteca Nacional de Colombia.
Fotos:
- Bewachter Eingang der Casa de Nariño an der Carrera 7, dahinter der Palast: EEIM, CC BY-SA 3.0.
- Klassizistische Fassade der Casa de Nariño, bei Einbruch der Dunkelheit beleuchtet: Camiloskyyy, CC0.
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