Nur wenige Orte fassen das 20. Jahrhundert Ungarns so gut zusammen wie dieser Platz. Rund um dich stehen, nur wenige Schritte voneinander entfernt, Denkmäler, die einander widersprechen.

1Von der Kaserne zum Platz

Hier stand das Újépület, die Kaserne, in der Batthyány hingerichtet wurde. Nach ihrem Abriss 1897 wurde dieser Platz angelegt und 1900 zur Erinnerung an 1849 Freiheitsplatz genannt. Ringsum entstanden zwei Paläste von Ignác Alpár: die Ungarische Nationalbank und die ehemalige Börse mit ihrer Fassade aus riesigen Säulen.

2Denkmäler im Streitgespräch

Der Obelisk in der Mitte ist das Denkmal für die sowjetischen Soldaten, die bei der Belagerung Budapests fielen, 1946 von Károly Antal vollendet. Es ist eines der wenigen sowjetischen Denkmäler, die in der Stadt noch stehen, geschützt durch ein Abkommen zwischen den beiden Staaten.

Direkt gegenüber liegt die US-Botschaft. Kardinal József Mindszenty suchte dort Zuflucht, nachdem die Revolution von 1956 niedergeschlagen worden war, und lebte fünfzehn Jahre lang im Haus, bis 1971. Nicht weit entfernt schreitet eine Statue von Ronald Reagan, 2011 aufgestellt, in Richtung Parlament. Und vor der Botschaft steht der amerikanische General Harry Hill Bandholtz: Im Oktober 1919 versiegelte er nach eigenem Bericht die Türen des Nationalmuseums mit einem US-Zensurstempel, damit rumänische Truppen die Sammlungen nicht abtransportieren konnten.

Statuen, die miteinander streiten: Die beste Geschichtsstunde Budapests besteht darin, sie gemeinsam zu lesen.

3Worauf du achten solltest

  • Der goldene Stern auf der Spitze des sowjetischen Obelisken.
  • Das Mahnmal von 2014 für die Opfer der deutschen Besatzung am Südende und gegenüber die Fotos und Gegenstände, die Anwohner aus Protest dort niedergelegt haben.
  • Die Reliefs an der Nationalbank, die von Handel und Geld erzählen.

Belegt

Der Abriss des Újépület 1897, das sowjetische Denkmal von 1946, Mindszentys Asyl in der Botschaft von 1956 bis 1971 und die Reagan-Statue von 2011 sind belegt.

Quellen und Nachweise

Ungarische Wikipedia, „Szabadság tér (Budapest)“; Office of the Historian (US-Außenministerium), Telegramme der Bandholtz-Mission von 1919; US-Botschaft in Budapest, Geschichte des Gebäudes.

Fotos:

  • Sowjetischer Obelisk mit goldenem Stern auf dem Freiheitsplatz: P. Hughes, CC BY 4.0.

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