Vor dir ragt die größte Kirche Budapests auf, geweiht dem heiligen Stephan, dem ersten König Ungarns. Ihre Geschichte ist die eines Bauprojekts, das sich über mehr als ein halbes Jahrhundert gegen seine Erbauer wehrte.
1Die Nacht, in der die Kuppel fiel
Die Arbeiten begannen 1851 nach einem klassizistischen Entwurf von József Hild. Hild starb 1867, und nur wenige Monate später, am 22. Januar 1868, stürzten die Kuppel und ihr Tambour ein. Die Pfeiler waren aus gespendetem Stein von sehr ungleicher Qualität errichtet worden, und die Last war schlecht verteilt. Ein großer Teil des Gebauten musste abgerissen und neu begonnen werden.
Miklós Ybl, der Architekt der Oper, übernahm, korrigierte die Berechnungen und gab der Kirche ihren Renaissance-Charakter. Ybl starb 1891, und József Kauser vollendete das Werk. 1905 wurde die Basilika geweiht.
2Sechsundneunzig Meter
Die Kuppel erreicht 96 Meter, genau wie die des Parlaments. Oft heißt es, die Zahl spiele auf das Jahr 896 an, das traditionelle Datum der Ankunft der Magyaren, und kein Gebäude der Stadt dürfe höher werden als diese beiden: Kirche und Nation auf gleicher Höhe.
Im Inneren wird die Heilige Rechte aufbewahrt, die mumifizierte Hand, die der Überlieferung nach dem heiligen Stephan gehörte.
3Worauf du achten solltest
- Die lateinische Inschrift über dem Eingang: „EGO SUM VIA VERITAS ET VITA“, „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“.
- Das Mosaik über dem Portal, entworfen von Mór Than und 1893 in Venedig gefertigt.
- Die Kuppel mit ihrer Aussichtsgalerie: Von dort oben überblickst du die ganze Route, die du gerade gegangen bist.
Belegt
Der Baubeginn 1851, der Einsturz der Kuppel am 22. Januar 1868, die Rollen von Ybl und Kauser und die Weihe 1905 sind belegt.
Mündliche Überlieferung
Dass die 96 Meter auf das Jahr 896 anspielen und eine Vorschrift höhere Gebäude verbietet, ist eine weit verbreitete Erklärung, die aber in keiner schriftlichen Regelung auftaucht.
Quellen und Nachweise
Stephansbasilika (bazilika.biz), Geschichte der Kirche; Ungarische Wikipedia, „Szent István-bazilika (Budapest)“; bazilikabudapest.hu, Bauchronik.
Fotos:
- Fassade der Stephansbasilika mit ihren zwei Türmen und der Kuppel: Tom Corser, CC BY-SA 3.0.
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