Sieh dir die Fassade vor dir an: zwölf korinthische Säulen und ein dreieckiger Giebel. Sie wirkt wie ein griechischer Tempel oder ein Regierungsgebäude, und das verwirrt viele Besucher.

1Eine Kirche, die immer wieder einstürzte

Ab dem 16. Jahrhundert folgten an dieser Stelle mehrere Hauptkirchen aufeinander, und manche nahmen ein schlimmes Ende. Im Mai 1752 stürzten die Gewölbe der Vorgängerkirche ein, und der Bischof ließ sie abreißen. Kurz darauf begann der Bau des heutigen Gebäudes nach Plänen von Antonio Masella, und die Arbeiten zogen sich ein Jahrhundert hin.

2Die Fassade von 1822

Die klassizistische Fassade entwarf der Franzose Próspero Catelin in den Jahren 1821 und 1822. Der Überlieferung nach stehen ihre zwölf Säulen für die zwölf Apostel. Im Giebel meißelte der Bildhauer Joseph Dubourdieu um 1862 die Begegnung Josephs mit seinem Vater Jakob und seinen Brüdern, eine Szene der Versöhnung, die auf die neue Einigkeit der Argentinier nach der Schlacht von Pavón im Jahr 1861 anspielte.

3Das Grab von San Martín

Im Inneren, in einer Seitenkapelle, ruhen die sterblichen Überreste von General José de San Martín, 1880 aus Frankreich überführt, wo er 1850 gestorben war. Das Mausoleum aus Marmor und Bronze stammt von Albert-Ernest Carrier-Belleuse, bewacht von drei weiblichen Figuren, die Argentinien, Chile und Peru verkörpern, die Länder, deren Befreiung er mittrug.

Oft heißt es, das Grab liege außerhalb des Hauptschiffs, weil San Martín Freimaurer war; das ist eine volkstümliche Erklärung, keine belegte Tatsache.

Jorge Bergoglio war Erzbischof dieser Kathedrale, bevor er Papst Franziskus wurde.

4Worauf du achten solltest

  • Die zwölf Säulen der Fassade.
  • Das Giebelrelief, in dem Joseph seinen Vater umarmt.
  • Das ewige Licht am Eingang, zu Ehren von San Martín.

Belegt

Die heutige Kirche wurde nach dem Einsturz von 1752 begonnen; die Fassade stammt von Catelin (1821-1822), und in Carrier-Belleuses Mausoleum ruhen seit 1880 die Überreste San Martíns.

Mündliche Überlieferung

Die Behauptung, das Grab liege in einer Seitenkapelle, weil San Martín Freimaurer war, ist eine volkstümliche Erklärung ohne urkundlichen Beleg.

Quellen und Nachweise

Metropolitankathedrale von Buenos Aires (Erzbistum Buenos Aires); spanische Wikipedia, «Catedral metropolitana de Buenos Aires»; Stadttourismus Buenos Aires, Eintrag «Catedral Metropolitana».

Fotos:

  • Säulenfassade der Metropolitankathedrale von Buenos Aires: The Cosmonaut, CC BY-SA 2.5 ca.

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