Vor dir liegen die Ruinen des Ortes, an dem die schriftliche Geschichte von Bukarest beginnt. Diese Backsteinmauern, Bögen und gewölbten Keller sind alles, was von der Curtea Veche übrig ist, dem Alten Hof: dem Palast der Fürsten der Walachei.

1Die Urkunde von 1459

Am 20. September 1459 unterzeichnete Fürst Vlad III. hier eine Urkunde auf Kirchenslawisch, der Sprache der walachischen Kanzlei, ausgestellt in der „Festung Bukarest“. Es ist die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung der Stadt, und deshalb sehen Historiker darin die Geburtsurkunde von Bukarest. Damals besaß Vlad hier eine kleine Burg am Fluss Dâmbovița, in einer Ebene, die von Handelswegen durchzogen war.

2Vier Jahrhunderte Hofleben

Spätere Fürsten vergrößerten den Palast. Mircea Ciobanul baute ihn Mitte des 16. Jahrhunderts neu auf und errichtete 1559 die Kirche nebenan, die älteste in Bukarest, die ihr ursprüngliches Aussehen bewahrt hat. Ende des 17. Jahrhunderts ließ Constantin Brâncoveanu ihn in Stein erneuern, mit einer prächtigen Marmortreppe. Rundherum wuchs das Viertel der Kaufleute, das heutige Lipscani.

Das Ende kam mit den Phanarioten, den griechischen Fürsten, die Istanbul einsetzte: 1775 verlegte Alexandru Ipsilanti den Hof in einen neuen Palast auf dem Spirii-Hügel, und 1798 wurde versteigert, was vom Alten Hof noch übrig war. Die Ruinen lagen unter Häusern und Läden begraben, bis 1953 die Ausgrabungen begannen.

Bukarest wuchs um einen Palast herum; heute ist dieser Palast ein Gerippe aus Backstein mitten in der Altstadt.

3Worauf du achten solltest

  • Die gewölbten Keller, der am besten erhaltene Teil des Palastes.
  • Die Büste Vlads III., ein Werk des Bildhauers Dumitru Pasima.
  • Die Kirche des Alten Hofs mit ihren abwechselnden Bändern aus Backstein und Naturstein.

Belegt

Belegt sind die Urkunde Vlads III. vom 20. September 1459, die Kirche Mircea Ciobanuls von 1559, die Verlegung des Hofes 1775 und die Versteigerung von 1798.

Quellen und Nachweise

Muzeul Municipiului București, Eintrag zum Ensemble Curtea Veche; Rumänische Wikipedia, „Curtea Veche din București“; Constantin C. Giurescu, Istoria Bucureștilor (1966).

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