Die Kathedrale vor dir wurde zwischen 1560 und 1654 an der Stelle des alten Kiswarkancha errichtet, den die Quellen dem Inka Viracocha zuschreiben. Außen ist sie nüchtern und wuchtig; innen birgt sie das meistverehrte Bildnis der Stadt.
1Das Erdbeben von 1650
Am 31. März 1650 verwüstete ein Erdbeben Cusco und brachte Kirchen, Häuser und Klöster zum Einsturz. Der Überlieferung nach trugen die Bewohner ein Kruzifix aus der Kathedrale in einer Prozession durch die Stadt, und die Erdstöße hörten auf. Seitdem heißt es Herr der Erdbeben, auf Spanisch Señor de los Temblores, auf Quechua Taytacha Temblores, und ist der Schutzpatron Cuscos.
Jeden Montag der Karwoche wird es durch die Stadt getragen. Die Gläubigen überschütten es mit Ñucchu-Blüten, einem tiefroten Salbei. Seine dunkle Haut soll vom jahrhundertelangen Rauch der Kerzen und Lampen stammen.
Dass sich das Erdbeben von 1650 ereignet hat, ist belegt. Dass die Prozession es beendete, ist Glaube und Überlieferung der Stadt.
2Die Glocke María Angola
In einem der Türme hängt die María Angola, 1659 gegossen und eine der größten Glocken Südamerikas. Die Überlieferung sagt, eine Frau namens María, angolanischer Herkunft, habe beim Guss ihren Goldschmuck in den Schmelztiegel geworfen. Kein Dokument belegt das, und die Versionen gehen auseinander.
Im Inneren zeigt das Abendmahl, das Marcos Zapata im 18. Jahrhundert malte, Christus und seine Apostel vor einer Platte mit Cuy, Meerschweinchen. Wenn du hineingehst, halte danach Ausschau.
3Worauf du achten solltest
- Die Türme: In einem von ihnen hängt die María Angola.
- Das steinerne Hauptportal im Stil zwischen Renaissance und Barock.
- Die Kirchen El Triunfo und La Sagrada Familia zu beiden Seiten.
Belegt
Die Kathedrale wurde zwischen 1560 und 1654 erbaut; das Erdbeben von 1650 ist belegt, und die Glocke María Angola wurde 1659 gegossen.
Mündliche Überlieferung
Dass die Prozession mit dem Kruzifix das Erdbeben beendete und dass eine Frau namens María Angola ihr Gold in die Glocke warf, sind Überlieferungen der Stadt.
Quellen und Nachweise
Erzbistum Cusco, Catedral del Cusco; Diego de Esquivel y Navia, „Noticias cronológicas de la gran ciudad del Cuzco“ (18. Jahrhundert); Kulturministerium von Peru, Erklärung der Prozession des Señor de los Temblores zum Kulturerbe.
Fotos:
- Fassade der Kathedrale von Cusco oberhalb ihrer Freitreppe: Diego Delso, CC BY-SA 4.0.
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