Nach dem Trubel der Plaza de Armas wirkt dieser kleine Platz wie eine andere Welt. Doch auch hier hat der Stein eine Geschichte zu erzählen. Sieh dir den Sockel des großen weißen Gebäudes an: Es ist eine Inkamauer, auf die ein koloniales Herrenhaus gesetzt wurde.

1Vom Herrenhaus zum Beaterio

Ende des 16. Jahrhunderts stand auf dem Grundstück das Herrenhaus eines spanischen Bürgers. Später nutzten es die Jesuiten für eine Schule, und im 18. Jahrhundert wurde es zum Beaterio de las Nazarenas, einer Gemeinschaft frommer Frauen, zu der auch Angehörige indigener Adelsfamilien gehörten. Die Gemeinschaft blieb bis in die 1960er-Jahre. Heute ist das Gebäude ein Hotel, der Palacio Nazarenas. Gegenüber beherbergt die Casa Cabrera das Museum für Präkolumbische Kunst.

2Die sieben Schlangen

Geh ein paar Schritte in die Gasse an der Ecke hinein. Ihr alter, überlieferter Name lautete Amaru Qhata, „Hang der Schlange“. Such auf den Steinblöcken nach gewellten Formen im Relief: Es sind gemeißelte Schlangen. Die Überlieferung sagt, auf jeder Straßenseite gebe es sieben, daher der Name Siete Culebras, „sieben Schlangen“.

Für die Inka war der Amaru, die Schlange, mit dem Wasser, der Unterwelt und der Fruchtbarkeit der Erde verbunden.

Wer diese Reliefs wann gemeißelt hat, ist unklar. Doch am späten Nachmittag, im Streiflicht, scheinen die Schlangen über den Stein zu gleiten.

3Worauf du achten solltest

  • Die Reliefschlangen, besonders an der Ecke zum Platz.
  • Die Inkamauer, die den Sockel des einstigen Beaterio bildet.
  • Der steinerne Glockengiebel über der weißen Fassade.

Von hier an geht es bergauf: Lass dir Zeit und bleib zum Durchatmen stehen, so oft du es brauchst.

In Relief gemeißelte Schlangen auf einem Steinblock in der Calle Siete Culebras
Eine der Reliefschlangen in der Gasse Siete Culebras.

Belegt

Das Gebäude der Nazarenas war koloniales Herrenhaus, Jesuitenschule und bis in die 1960er-Jahre ein Beaterio; in der Gasse sind gemeißelte Schlangen erhalten.

Mündliche Überlieferung

Die genaue Zahl der Schlangen, sieben pro Seite, und die Bedeutung, die man ihnen gibt, stammen aus der örtlichen Überlieferung.

Quellen und Nachweise

Donato Amado Gonzales, Studie über Haus und Beaterio der Nazarenas (Universität Łódź); Museo de Arte Precolombino (MAP), Casa Cabrera; Kulturministerium von Peru, Zona Monumental del Cusco.

Fotos:

  • Ehemaliges Beaterio de las Nazarenas mit Inkamauer als Sockel und steinernem Glockengiebel: VasenkaPhotography, CC BY 2.0.
  • In Relief gemeißelte Schlangen auf einem Steinblock in der Calle Siete Culebras: Ankim29, CC BY-SA 4.0.

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