Du stehst in Temple Bar, Dublins lebhaftestem Viertel, vor dem meistfotografierten Pub Irlands. Doch der Name hat nichts mit Bars zu tun: Er ist viel älter als jeder dieser Pubs.

1Ein Name mit doppelter Bedeutung

Im 17. Jahrhundert verlief hier das Ufer des Liffey, und eine „bar“ war ein Uferweg. Der Name erscheint auf der Karte von Bernard de Gomme aus dem Jahr 1673. Meist bringt man ihn mit Sir William Temple in Verbindung, von 1609 bis 1627 Provost des Trinity College, der hier ein Haus mit Garten besaß. Fast sicher spielt er aber auch auf das Londoner Temple Bar an: Dort wie hier liegen eine Essex Street und eine Fleet Street ganz in der Nähe.

2Musik, Rebellen und Verfall

Gleich in der Nähe, in der Fishamble Street, wurde am 13. April 1742 Händels „Messiah“ uraufgeführt. In einer Taverne in der Eustace Street wurde 1791 die Society of United Irishmen gegründet. Dann kam der Niedergang. Im 20. Jahrhundert war das Viertel voller verfallener Häuser.

In den 1970er- und 1980er-Jahren kaufte die staatliche Verkehrsgesellschaft CIÉ hier Grundstücke auf, um das Viertel abzureißen und einen großen Busbahnhof zu bauen. In der Zwischenzeit vermietete sie die Gebäude günstig an Künstler, Läden und Ateliers. Das Viertel erwachte zu neuem Leben, und Ende der 1980er-Jahre wurde der Plan aufgegeben.

Das Herz von Dublins Nachtleben wurde von einem Abrissplan gerettet, der nie umgesetzt wurde.

3Worauf du achten solltest

  • Das Kopfsteinpflaster, das bei der Sanierung erhalten blieb.
  • Die rote Fassade des Pubs The Temple Bar.
  • Die zweisprachigen Straßenschilder auf Englisch und Irisch: „Barra an Teampaill“.

Belegt

Der Name erscheint auf einer Karte von 1673; der „Messiah“ wurde 1742 in der Fishamble Street uraufgeführt, und die United Irishmen wurden 1791 in der Eustace Street gegründet.

Quellen und Nachweise

Temple Bar Company, Geschichte des Viertels; Dublin City Council, Temple Bar Area Action Plan; Maurice Craig, Dublin 1660–1860 (Liberties Press, Ausgabe 2006).

Fotos:

  • Die rote Fassade des Pubs The Temple Bar, davor Menschen auf der Straße: Jo and Steve Turner, CC BY-SA 2.0.

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