Vor dir steht eines der kleinsten und beliebtesten Bauwerke Hanois: ein hölzernes Heiligtum auf einer einzigen Säule, wie eine Lotusblüte, die aus dem Wasser emporwächst.

1Der Traum des Kaisers

Der Überlieferung nach träumte Kaiser Lý Thái Tông, der keinen Sohn hatte, dass Quan Âm, die Bodhisattva des Mitgefühls, auf einer Lotusblüte sitzend ihm einen kleinen Jungen reichte. Bald darauf wurde sein Erbe geboren. Ein Mönch riet ihm, einen Tempel wie den aus seinem Traum zu bauen, und so geschah es 1049. Die Chroniken verzeichnen die Gründung; der Traum gehört zu den frommen Erzählungen.

2Zerstört und wieder aufgebaut

Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Pagode viele Male erweitert und repariert. 1954, kurz bevor sie Hanoi nach ihrer Niederlage bei Điện Biên Phủ verließen, sprengten französische Truppen sie in die Luft. Im Jahr darauf baute die neue Regierung sie in der Form wieder auf, die sie unter den Nguyễn gehabt hatte. Die ursprüngliche Steinsäule wurde durch eine aus Beton ersetzt.

Was du siehst, ist ein Wiederaufbau von 1955, doch seine Form bewahrt eine fast tausend Jahre alte Idee.

Das Heiligtum ist Quan Âm geweiht, und viele Besucher, vor allem Familien, kommen hierher, um für Kinder oder Gesundheit zu beten. Daneben liegt die Diên-Hựu-Pagode, zu der der Pavillon einst gehörte.

3Worauf du achten solltest

  • Die einzige Säule, die den Pavillon über dem Wasser trägt.
  • Der quadratische Teich mit Lotus und Seerosen.
  • Die beiden Drachen auf dem Dachfirst, die einer Scheibe in der Mitte zugewandt sind.

Belegt

Die Pagode wurde 1049 unter Lý Thái Tông gegründet; französische Truppen sprengten sie 1954, 1955 wurde sie wieder aufgebaut.

Mündliche Überlieferung

Der Traum, in dem Quan Âm dem Kaiser einen Sohn schenkt, ist die Gründungslegende, keine überprüfbare Tatsache.

Quellen und Nachweise

„Đại Việt sử ký toàn thư“ (offizielle Chronik, 15. Jahrhundert); vietnamischsprachige Wikipedia, „Chùa Một Cột“; Tourismusportal von Hanoi (hanoitourism.gov.vn).

Fotos:

  • Die Einsäulenpagode auf ihrer Säule in einem Seerosenteich: Jakub Hałun, CC BY 4.0.

Fehler entdeckt? Schreib uns und wir sehen es uns an.