Du stehst auf dem Gipfel des dritten Hügels von Istanbul, vor der Moschee, die viele für den Höhepunkt der osmanischen Architektur halten. Sie wurde von Süleyman dem Prächtigen in Auftrag gegeben, dem Sultan, unter dem das Reich seine größte Ausdehnung erreichte, und von Mimar Sinan entworfen, dem Baumeister Hunderter Bauwerke in einem halben Jahrhundert.
1Sieben Jahre Arbeit
Die Inschrift über der Tür nennt 1550 als Gründungsjahr und 1557 als Einweihung. Die Kuppel erhebt sich rund 53 Meter. Sinan wollte die Hagia Sophia nicht kopieren, sondern ihre Probleme lösen: Er verteilte das Gewicht mit Halbkuppeln und Strebepfeilern, die in den Seitengalerien verborgen sind, sodass der Innenraum ein einziger, klarer und lichtdurchfluteter Raum wurde.
2Eine Stadt rundherum
Die Moschee war nur das Zentrum einer Külliye, eines sozialen Komplexes. Rundherum standen Koranschulen, eine medizinische Schule, ein Krankenhaus, eine Armenküche, eine Karawanserei und Bäder. Mehrere dieser Gebäude werden bis heute öffentlich genutzt.
Ihre vier Minarette haben zusammen zehn Balkone; oft heißt es, sie erinnerten daran, dass Süleyman der zehnte osmanische Sultan war.
3Drei Gräber
Hinter der Gebetswand, im Garten, liegen die achteckigen Mausoleen Süleymans, der 1566 starb, und seiner Frau Hürrem Sultan, die Europa als Roxelane kannte. Und außerhalb des Bezirks, an einer Ecke im Norden, ruht Sinan in einem überraschend schlichten Grab, das er selbst entworfen hat.
4Worauf du achten solltest
- Die vier Minarette an den Ecken des Hofes, von unterschiedlicher Höhe.
- Der Blick auf das Goldene Horn von der Gartenterrasse.
- Sinans Grab, an der Straßenecke an der Nordmauer.

Belegt
Mimar Sinan errichtete die Moschee zwischen 1550 und 1557 für Süleyman den Prächtigen; in ihrem Garten stehen die Mausoleen von Süleyman und Hürrem, und Sinans Grab liegt neben dem Bezirk.
Quellen und Nachweise
Gülru Necipoğlu, „The Age of Sinan: Architectural Culture in the Ottoman Empire“ (2005); Türkische Generaldirektion für Stiftungen (Vakıflar), Restaurierung der Süleymaniye (2007–2010); Godfrey Goodwin, „A History of Ottoman Architecture“ (1971).
Fotos:
- Der Arkadenhof der Süleymaniye mit Waschbrunnen und Kuppeln: Radosław Botev, CC BY 3.0 pl.
- Die Süleymaniye auf ihrem Hügel, vom Goldenen Horn aus gesehen: flowcomm, CC BY 2.0.
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