Sieh dich um: Dieser offene Platz ist das Herz des modernen Kairo. Im 19. Jahrhundert hieß er Ismailiya-Platz, zu Ehren des Khediven Ismail, der Ägypten von 1863 bis 1879 regierte und seine Hauptstadt in ein „Paris am Nil“ verwandeln wollte, mit breiten Alleen, Kreisverkehren und Gebäuden im europäischen Stil.
1Ein Name, den das Volk errang
Nach der Revolution von 1919 gegen die britische Besatzung begannen die Leute, ihn Tahrir zu nennen, „Befreiung“. König Fuad versuchte 1933, den Namen des Khediven wiederherzustellen, doch nach der Revolution von 1952 wurde der Volksname amtlich. Neben dem Platz stand die Kaserne Qasr al-Nil, die bis 1947 von britischen Truppen besetzt war.
2Die achtzehn Tage
Am 25. Januar 2011 besetzten Zehntausende Menschen den Platz, um gegen Präsident Hosni Mubarak zu protestieren. Achtzehn Tage lang kampierten sie hier, mit improvisierten Lazaretten, Nachbarschaftswachen und Bühnen für Reden. Am 11. Februar trat Mubarak zurück. 2013 füllte sich der Platz erneut, bei den Protesten, die dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi vorausgingen.
Im Jahr 2020 wurden in der Mitte ein aus Tanis im Nildelta herbeigeschaffter Obelisk Ramses’ II. und vier Widdersphingen aus Karnak bei Luxor aufgestellt. Mehrere Archäologen kritisierten das.
Wenige Orte der arabischen Welt tragen so viel jüngere Geschichte auf so kleinem Raum, und die Kairoer nennen ihn bis heute einfach „el-Midan“, den Platz.
3Worauf du achten solltest
- Der Obelisk und die Hieroglyphen Ramses’ II.
- Die vier Sphingen mit Widderköpfen.
- Der Mogamma, das riesige geschwungene Regierungsgebäude an der Südseite.
Belegt
Der Platz hieß Ismailiya, trug nach 1952 offiziell den Namen Tahrir und war das Zentrum der Revolution von 2011, die am 11. Februar mit dem Rücktritt Mubaraks endete.
Quellen und Nachweise
Max Rodenbeck, „Cairo: The City Victorious“ (1998); Ägyptisches Ministerium für Tourismus und Altertümer, Erklärung zum Obelisken auf dem Tahrir-Platz (2020); Ashraf Khalil, „Liberation Square“ (2012).
Fotos:
- Der Obelisk Ramses’ II. in der Mitte des Tahrir-Platzes: Ghaydaa Sayed, CC BY-SA 4.0.
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