Vor dir liegt der Platz, der bis 1948 Plac Zgody hieß, „Platz der Eintracht“. Im März 1941 ordnete der deutsche Distriktgouverneur an, hier in Podgórze ein Ghetto für die Krakauer Juden einzurichten. Zwischen 15.000 und 16.000 Menschen wurden in rund 320 Gebäude gepfercht, in denen zuvor etwa 3.000 gewohnt hatten. Im April wurde das Gebiet mit einer Mauer abgeriegelt.
1Der Ort der Deportationen
Dieser Platz war einer der Zugänge zum Ghetto und der Ort, an dem die Menschen gesammelt wurden, bevor man sie zum Bahnhof trieb. Zwischen Ende Mai und Juni 1942 wurden Tausende in das Vernichtungslager Bełżec deportiert; im Oktober folgten weitere Deportationen. Am 13. und 14. März 1943 wurde das Ghetto unter dem Kommando von Amon Göth aufgelöst: Etwa 2.000 Menschen kamen in das Lager Płaszów, rund 2.000 wurden auf den Straßen ermordet und etwa 3.000 nach Auschwitz deportiert.
2Die Apotheke und die Stühle
In Nummer 18 befand sich die Apotheke von Tadeusz Pankiewicz, die einzige innerhalb des Ghettos. Pankiewicz, selbst kein Jude, arbeitete hier weiter und half vielen Bewohnern; Yad Vashem ehrte ihn 1983 als Gerechten unter den Völkern. In seinen Erinnerungen beschrieb er die Möbel, die nach der Auflösung verlassen auf dem Platz zurückblieben. Diese Passage inspirierte das Mahnmal der Architekten Piotr Lewicki und Kazimierz Łatak, aufgestellt 2005: siebzig leere Stühle.
Die Stühle stehen für niemanden im Besonderen: Sie stehen für die Abwesenheit.
3Worauf du achten solltest
- Die Stühle, jeder in eine andere Richtung gewandt.
- Die Fassade der Apotheke „Pod Orłem“, heute eine Abteilung des Museums Krakau.
- Die Ghettomauer: Etwa 300 Meter entfernt, in der ul. Lwowska 27, steht noch ein Stück mit Gedenktafel; ihr bogenförmiger Abschluss erinnert an jüdische Grabsteine.

Belegt
Belegt sind die Errichtung des Ghettos im März 1941, die Deportationen von 1942, die Auflösung am 13. und 14. März 1943, das Wirken von Tadeusz Pankiewicz und das Mahnmal von 2005.
Quellen und Nachweise
Museum Krakau, Abteilung „Apteka pod Orłem“ (muzeumkrakowa.pl); Yad Vashem, Datenbank der Gerechten unter den Völkern; Tadeusz Pankiewicz, „The Kraków Ghetto Pharmacy“ (polnisches Original, 1947).
Fotos:
- Leere Metallstühle auf dem Platz der Helden des Ghettos: Fred Romero from Paris, France, CC BY 2.0.
- Stück der Ghettomauer in der ul. Lwowska mit Gedenktafel: Adrian Grycuk, CC BY-SA 3.0 pl.
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