Du beendest die Route am meistverehrten Schrein von Marrakesch. Hier ruht Abu al-Abbas as-Sabti, bekannt als Sidi Bel Abbès, der Stadtpatron.

1Ein Heiliger aus Ceuta

Er wurde 1129 oder 1130 in Ceuta geboren, kam als junger Mann nach Marrakesch und starb hier 1204. Seine große Lehre war die Barmherzigkeit: Sein Biograf Ibn al-Zayyat al-Tadili hielt um 1220 fest, für ihn sei das Almosengeben die Antwort auf jedes Leid. Erinnert wird er vor allem als Beschützer der Blinden, und zur Anlage gehörte bald auch ein Heim für sie.

Die Anlage, die du siehst, wurde ursprünglich um 1605 vom saadischen Sultan Abu Faris gegründet. Einer oft wiederholten Erklärung zufolge erhoffte er sich den Segen des Heiligen, um von seiner Epilepsie zu genesen. Das Mausoleum wurde um 1720 neu gebaut, und im 18. und 19. Jahrhundert kamen eine Medrese und ein Brunnen hinzu.

2Die sieben Männer

Ende des 17. Jahrhunderts bat Sultan Moulay Ismail den Gelehrten al-Hasan al-Yusi, eine Wallfahrt zu den Gräbern von sieben Heiligen zu organisieren, den sab'atu rijal. Sidi Bel Abbès war ihr Endziel. Deshalb heißt Marrakesch die Stadt der sieben Männer.

Der Überlieferung nach brachten seine Wunder Regen und linderten die Not der Armen; belegt ist vor allem seine Lehre der Barmherzigkeit.

3Worauf du achten solltest

  • Der Eingangsbogen mit seinem geschnitzten Stuck.
  • Das grüne Pyramidendach des Mausoleums.
  • Das Almosengeben, das die Tradition des Heiligen lebendig hält.

Belegt

Abu al-Abbas as-Sabti lebte von 1129/1130 bis 1204, seine Grabanlage wurde um 1605 begonnen, und die Wallfahrt der sieben Heiligen wurde unter Moulay Ismail von al-Hasan al-Yusi organisiert.

Mündliche Überlieferung

Die dem Heiligen zugeschriebenen Wunder und die Heilung von Sultan Abu Faris gehören zur Frömmigkeitstradition.

Quellen und Nachweise

Ibn al-Zayyat al-Tadili, «al-Tashawwuf ila rijal al-tasawwuf» (um 1220); Vincent J. Cornell, «Realm of the Saint» (University of Texas Press, 1998); Archnet, Eintrag zum Komplex von Sidi Bel Abbès.

Fotos:

  • Verzierter Eingangsbogen zum Komplex von Sidi Bel Abbès: Ymblanter, CC BY-SA 4.0.

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