Vor dir steht die älteste noch genutzte Kirche der Stadt und gewissermaßen die Geburtsurkunde von Medellín. Bevor der Ort einen Namen hatte, lag hier ein Weiler am Bach Aná, dem heutigen Santa-Elena-Bach.

1Von der Strohkapelle zum Städtchen

1649 errichtete der Priester Juan Gómez de Ureña an dieser Stelle eine Holzkapelle mit Strohdach und weihte sie Unserer Lieben Frau von Lichtmess, La Candelaria. Der Weiler hieß bald Nuestra Señora de la Candelaria de Aná. Am 2. November 1675 erließ Gouverneur Miguel de Aguinaga das Dekret, das ihn zur Villa erhob, mit dem Namen Medellín. Er ehrte damit den Grafen von Medellín, Pedro Portocarrero, der die Gründung am Hof unterstützt hatte.

2Die Kirche, die du siehst

Die Kirche wurde mehrmals neu gebaut. Mit der heutigen begann man am 12. März 1768, eingeweiht wurde sie am 2. Februar 1776, an Mariä Lichtmess. Die beiden Türme kamen viel später, 1888 hinzu, und 1890 läuteten zum ersten Mal ihre drei Glocken, die aus New York gekommen waren.

Von 1868 bis 1931 war diese Kirche die Kathedrale von Medellín, bis die neue in Villanueva, am Parque de Bolívar, geweiht wurde.

Der Platz vor dir war der Hauptplatz. Von 1784 bis 1892 fanden hier der Markt und die großen öffentlichen Feiern statt, und ringsum wohnten die angesehenen Familien. 1970 wurde die Kirche zur Basilica minor erhoben, 1998 zum Nationaldenkmal erklärt.

3Worauf du achten solltest

  • Die beiden Türme, die 1888 einer viel älteren Fassade hinzugefügt wurden.
  • Die Turmuhr, die Generationen lang dem Zentrum die Zeit vorgab.
  • Das Metroviadukt, nur wenige Meter entfernt: drei Jahrhunderte Stadt auf einen Blick.

Belegt

Die Villa Nuestra Señora de la Candelaria de Medellín wurde am 2. November 1675 offiziell gegründet, die heutige Kirche am 2. Februar 1776 eingeweiht.

Mündliche Überlieferung

Der Überlieferung nach war das Marienbild auf dem Hochaltar ein Geschenk der Königinregentin Maria Anna von Österreich und ihres Sohnes Karl II.

Quellen und Nachweise

Javier Piedrahita Echeverri, „Monografía histórica de la parroquia de La Candelaria“ (2006); José María Bravo Betancur, „De Plaza Mayor a Parque Berrío“, Fondo Editorial Universidad EAFIT (2007); Erzdiözese Medellín.

Fotos:

  • Weiße Fassade der Basilika La Candelaria mit ihren zwei Türmen: José Luiz, CC BY-SA 4.0.

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