Beug dich über das Geländer. Unter der Brücke trifft das Wasser des Eisbachs, eines künstlichen Isar-Arms, auf eine Steinstufe und bildet eine Welle, die weder bricht noch weiterwandert. Die Surfer springen abwechselnd vom Ufer aus darauf und halten sich, so lange sie können. Einer der überraschendsten Anblicke Münchens.
1Eine halb natürliche Welle
Die Betonblöcke, die die Stadt in den 1970er-Jahren verlegte, um die Strömung zu beruhigen, erzeugten nur an wenigen Tagen im Jahr eine surfbare Welle. Die Surfer stabilisierten sie selbst mit Schienen und Brettern und ritten sie jahrzehntelang in einer rechtlichen Grauzone. 2010 übernahm die Stadt das Gelände, damit das Surfen erlaubt werden konnte. Doch die Welle ist empfindlich: Im April 2025 wurde sie nach dem Tod einer Surferin, deren Sicherheitsleine sich am Grund verfangen hatte, vorübergehend gesperrt. Im Herbst verschwand sie nach einer Reinigung des Bachbetts, und ihre Wiederherstellung wurde lange diskutiert. Heute kann es sein, dass du sie voller Surfer findest oder völlig ruhig.
Eine ernste Warnung: Baden ist hier gefährlich, die Strömung ist stark, und unter Wasser liegen Blöcke.
2Der Englische Garten
Dahinter beginnt der Englische Garten, einer der größten Stadtparks der Welt. Friedrich Ludwig von Sckell legte ihn ab 1789 an, auf Anregung von Benjamin Thompson, dem späteren Grafen Rumford. Weiter drinnen liegen der Chinesische Turm und sein Biergarten.
Der Säulenbau neben dir ist das Haus der Kunst, zwischen 1933 und 1937 als „Haus der Deutschen Kunst“ errichtet, einer der ersten Monumentalbauten des NS-Regimes. Heute ist es ein Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst.
3Worauf du achten solltest
- Die Welle und die Reihe der Surfer, die am Ufer warten.
- Die Farbe des Wassers, grün und eiskalt, selbst im Sommer.
- Die Säulenhalle des Hauses der Kunst neben der Brücke.
Belegt
Die Welle entstand infolge von Bauarbeiten in den 1970er-Jahren; 2010 wurde das Surfen legalisiert, 2025 wurde die Welle gesperrt und verschwand nach der Reinigung des Bachbetts. Der Englische Garten wurde ab 1789 angelegt.
Quellen und Nachweise
Landeshauptstadt München, „Surfen am Eisbach“; Bayerische Schlösserverwaltung, „Englischer Garten München“; Süddeutsche Zeitung, Berichterstattung über die Eisbachwelle (2010–2026).
Fotos:
- Ein Surfer auf der Eisbachwelle, während andere am Ufer warten: Strubbl, CC BY-SA 4.0.
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