Diese bewaldete Ecke hinter dem Hauptturm wirkt wie der friedlichste Ort der Burg. Ihr Name, Yamazato, bedeutet „Bergdorf“: Hideyoshi wollte hier einen Garten im ländlichen Stil mit Pavillons für die Teezeremonie. Doch hier fand auch seine Dynastie ihr Ende.

1Juni 1615

Als Hideyoshi 1598 starb, war sein Sohn Hideyori noch ein Kind. Tokugawa Ieyasu riss die Macht an sich und beschloss fünfzehn Jahre später, die Toyotomi zu vernichten. Nach zwei Feldzügen fiel die Burg im Frühsommer 1615 und ging in Flammen auf. Den Chroniken zufolge flüchteten sich Hideyori, damals knapp über zwanzig, seine Mutter Yodo-dono und ihre letzten treuen Gefolgsleute in einen Speicher in diesem Bezirk. Sie hofften, dass Hideyoris Frau Senhime, eine Enkelin Ieyasus, ihnen Gnade erwirken könnte. Sie kam nie. Am 8. Tag des fünften Mondmonats, dem 4. Juni 1615, nahmen sie sich das Leben.

Ein Volkslied, angeblich aus jenen Jahren, behauptete, Hideyori sei nach Kagoshima entkommen; bewiesen wurde das nie.

Weil man ihre Leichen nie sicher identifizierte, entstanden Überlebenslegenden, die bis heute erzählt werden.

2Eine weitere Wunde

Im August 1945 traf der Bombenangriff auf das benachbarte Militärarsenal auch die Burg. An diesen Mauern sind noch immer Spuren von Maschinengewehrfeuer zu sehen.

3Worauf du achten solltest

  • Der Gedenkstein, der markiert, wo Hideyori und Yodo-dono starben.
  • Die Einschusslöcher in der Steinmauer.
  • Die Gokurakubashi-Brücke mit dem besten Blick auf die Rückseite des Hauptturms.
Die Gokurakubashi-Brücke über den Nordgraben, dahinter der Hauptturm
Von der Gokurakubashi-Brücke aus siehst du die Nordseite des Hauptturms.

Belegt

Toyotomi Hideyori und Yodo-dono starben am 8. Tag des fünften Monats im 20. Jahr der Ära Keichō (4. Juni 1615) in der Burg von Osaka, als sie an die Tokugawa fiel.

Mündliche Überlieferung

Hideyoris Flucht nach Kagoshima und andere Überlebenslegenden sind Volkserzählungen ohne schriftlichen Beleg.

Quellen und Nachweise

Osaka Castle Museum (Osakajo Tenshukaku); Stephen Turnbull, „Osaka 1615: The Last Battle of the Samurai“ (Osprey, 2006); japanische Wikipedia, „大坂の陣“.

Fotos:

  • Weg zwischen den hohen Steinmauern von Yamazato-maru: そらみみ (Soramimi), CC BY-SA 4.0.
  • Die Gokurakubashi-Brücke über den Nordgraben, dahinter der Hauptturm: Sakai Yayoi, CC0.

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