Wirf einen Blick auf dieses Steinhaus, das zwischen den bunten Fassaden kaum auffällt. Es steht für einen der längsten Streitigkeiten des mittelalterlichen Porto: Wer regierte die Stadt, der Bischof oder der König?
1Ein Zollhaus gegen den Bischof
Im Jahr 1325 ließ König Alfons IV. am Fluss ein königliches Lagerhaus errichten, um Zölle auf die Waren zu erheben, die den Douro herunterkamen. Der Bischof, Herr der Stadt, protestierte: Mit dem Zollhaus griff die Krone in Portos Handel ein. Der König baute trotzdem, und jahrhundertelang diente das Gebäude als Alfândega, als Zollhaus der Stadt. Gleich nebenan wurde die königliche Münzstätte eingerichtet.
2Der Prinz, der dem Haus seinen Namen gab
Der heutige Name geht auf Heinrich den Seefahrer zurück, den Sohn von Johann I. und Philippa von Lancaster. Der Überlieferung nach wurde er 1394 hier geboren. Dass er in Porto zur Welt kam, ist sicher: Das städtische Archiv verwahrt noch die Ausgaben für seine Taufe in jenem Jahr. Dass er ausgerechnet in diesem Haus geboren wurde, lässt sich dagegen nicht beweisen.
Unter dem Boden legten Grabungen in den 1990er-Jahren römische Überreste frei, darunter Mosaike: die ersten ihrer Art, die je in Porto gefunden wurden.
Seit 1980 beherbergt das Gebäude das Historische Stadtarchiv. Das schriftliche Gedächtnis der Stadt wohnt also heute in ihrem alten Zollhaus.
3Worauf du achten solltest
- Die Fassade, im 17. Jahrhundert neu aufgebaut: Eine Inschrift datiert sie auf 1677.
- Wie nah der Fluss ist: Geh ein paar Meter hinunter, dann siehst du, warum das Zollhaus hier stand.
- Die Gedenktafel am Haus, die an den Prinzen erinnert.
Belegt
Alfons IV. ließ hier 1325 das königliche Zollhaus errichten; der Wiederaufbau der Fassade ist auf 1677 datiert, und seit 1980 beherbergt das Gebäude das Historische Stadtarchiv.
Mündliche Überlieferung
Dass Heinrich der Seefahrer gerade in diesem Haus geboren wurde, ist Überlieferung; belegt ist seine Taufe in Porto im Jahr 1394.
Quellen und Nachweise
Câmara Municipal do Porto, Museu da Cidade (Casa do Infante); Direção-Geral do Património Cultural, Eintrag zum Nationaldenkmal; Arquivo Histórico Municipal do Porto.
Fotos:
- Die Casa do Infante an einer abschüssigen Straße in Porto: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0.
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