Von außen wirkt sie wie jede andere Kirche, doch die Basilika des heiligen Jakobus des Älteren birgt eine der makabersten Geschichten Prags. Ihre Anfänge reichen bis 1232 zurück, als König Wenzel I. den Grundstein für ein Kloster der Franziskaner-Minoriten legte, die sich bis heute um sie kümmern.

1Ein Brand und eine neue Kirche

1689 zerstörte ein Feuer die gotische Kirche. Jan Šimon Pánek baute sie in etwa zwölf Jahren im Barockstil wieder auf, und der Stuckateur Ottavio Mosto modellierte zwischen 1695 und 1701 die Fassadenreliefs des heiligen Franziskus, des heiligen Jakobus und des heiligen Antonius. Im Inneren steht eine der größten Orgeln Tschechiens mit mehr als achttausend Pfeifen.

2Der Arm des Diebes

Neben dem Eingang hängt tatsächlich ein mumifizierter menschlicher Unterarm. Die Überlieferung erzählt, ein Dieb habe sich eines Nachts versteckt, um den Schmuck einer Marienstatue zu stehlen; als er sie berührte, packte sie seinen Arm und ließ nicht mehr los. Am Morgen mussten die Fleischer, deren Zunft die Kirche schützte, ihm den Arm abhacken, um ihn zu befreien, und hängten ihn dort zur Warnung auf.

Der Arm existiert, und du kannst ihn sehen; wem er gehörte und wie er hierherkam, hat niemand dokumentiert.

3Der Graf, der klopfte

Das prunkvolle Grabmal des Kanzlers Johann Wenzel Wratislaw von Mitrowitz, von Ferdinand Maxmilian Brokoff nach einem Entwurf von Fischer von Erlach (1714–1716), hat seine eigene Legende: Man sagt, er sei lebendig begraben worden, und aus der Krypta habe man Klopfen gehört.

4Worauf du achten solltest

  • Der mumifizierte Arm, hoch oben rechts, wenn du eintrittst.
  • Die drei Stuckreliefs an der Fassade.
  • Die Länge des Kirchenschiffs, eines der längsten Prags.

Belegt

Die Kirche wurde 1232 gegründet, nach dem Brand von 1689 im Barockstil wiederaufgebaut, und neben ihrem Eingang hängt ein mumifizierter Unterarm.

Mündliche Überlieferung

Die Geschichte vom Dieb, den die Jungfrau festhielt, und die vom lebendig begrabenen Grafen sind Legenden ohne urkundliche Grundlage.

Quellen und Nachweise

Tschechische Provinz der Minoriten (Franziskaner-Konventualen), Hüter der Basilika; Tschechische Wikipedia, „Bazilika svatého Jakuba Většího (Staré Město)“; Prague City Tourism (prague.eu).

Fotos:

  • Barocke Fassade der Jakobskirche mit drei großen Stuckreliefs: Jerzy Strzelecki, CC BY-SA 3.0.

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